US-Jobmotor hat im April die Drehzahl erhöht

Nach einem recht schwachen Vormonat hat der US-Jobmarkt im April wieder Schwung aufgenommen, dies zeigt der heute veröffentlichte offizielle Arbeitsmarktbericht. Während im März die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft nur um 85.000 Personen gesteigert wurde, erhöhte sich die Beschäftigung im April deutlich um 223.000 Personen. In Anbetracht der schwachen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung im ersten Quartal ist nicht nur die wieder höhere Beschäftigungsdynamik eine gute Nachricht, sondern auch die Breite des Stellenaufbaus. So wurde nicht nur im Dienstleistungsbereich die Zahl der Beschäftigten um immerhin 182.000 Personen erhöht, sondern auch im güterproduzierenden Bereich um 31.000. Die prozentuale Veränderung gegenüber dem Vormonat war damit bei den Güterproduzenten nur geringfügig kleiner als im Servicesektor. Bremsend wirkte den fünften Monat in Folge der Bergbau, also die Fracking-Industrie, während allein die Bauwirtschaft die Zahl der Beschäftigten um 45.000 Personen erhöhte. Aber auch die Ersteller von Autos und Autoteilen sorgten für Schwung am Arbeitsmarkt.

Dennoch sollten die April-Daten nicht dahingehend interpretiert werden, dass die Industrie für den Arbeitsmarkt auch in diesem Jahr einen ähnlich starken Impuls liefern kann wie 2014. Seit Dezember ist die Zahl der Industriebeschäftigten nur um 81.000 Personen und damit um 0,4 Prozent gestiegen. Im Dienstleistungsbereich wuchs in diesem Zeitraum die Beschäftigtenzahl hingegen mit 0,7 Prozent fast doppelt so schnell.

Durch den wieder rund laufenden Jobmotor setzte die Arbeitslosenquote ihren Abwärtstrend fort und notierte nur bei 5,4 Prozent, dem niedrigsten Wert seit sieben Jahren. Das berühmte „Haar in der Suppe“ muss man bei diesem Arbeitsmarktbericht schon recht sorgfältig suchen, da auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen und die der Teilzeitbeschäftigten, die gerne Vollzeit arbeiten würden, weiter rückläufig waren. Als „etwas enttäuschend“ könnte man die Lohnentwicklung bezeichnen: Durch einen schwachen Anstieg um drei Cent waren die Stundenlöhne nur um 2,2 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Diese Entwicklung entspricht wohl nicht dem, was die Notenbankchefin als wünschenswert ansieht. Nach unserer Einschätzung dürfte sich der robuste Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen, so dass die Lohndynamik ab der Jahresmitte merklich anziehen sollte.

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