EWU: Solides Wachstum im ersten Quartal

Das Wirtschaftswachstum im Euro-Raum hat sich zum Jahresanfang weiter gefestigt. Mit einer Zuwachsrate von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorquartal ist die Wirtschaft der EWU recht erfreulich in das Jahr 2015 gestartet, die konjunkturelle Dynamik konnte gegenüber dem Schlussquartal 2014 sogar nochmal leicht zulegen. Details zur Aufschlüsselung der Wirtschaftsentwicklung liegen mit der aktuellen Schnellschätzung noch nicht vor.

Unter den Mitgliedsländern hat sich Spanien mit einer Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 0,9 Prozent an die Spitze gesetzt. In Deutschland nahm das BIP um 0,3 Prozent zu, das französische wuchs um 0,6 Prozent. Das krisengebeutelte Italien ließ die Rezession mit einem BIP-Wachstum von 0,3 Prozent hinter sich. Konjunkturellen Gegenwind verspürten dagegen Finnland und Österreich. In Finnland sank wie in Griechenland das BIP erneut, während Österreichs Wirtschaft kaum von der Stelle kommt.

Das erste Quartal 2015 wurde konjunkturell auf der einen Seite sicherlich durch die niedrigeren Energiepreise zusätzlich angeschoben. Auch der niedrigere Wechselkurs des Euro gerade zum US-Dollar dürfte die Exportnachfrage gestützt haben. Beides hat die Stimmung in den Unternehmen und bei den Verbrauchern im ersten Vierteljahr merklich aufgehellt. Diese Faktoren dürften auch im laufenden zweiten Quartal spürbar bleiben, im weiteren Jahresverlauf verlieren sie jedoch an Schubkraft. Auf der anderen Seite bereitet die expansive Geldpolitik der Europäischen Zentralbank ein günstiges Finanzierungsumfeld für private Haushalt und Unternehmen. Dies dürfte positiv auf die weitere Investitionsentwicklung wirken.

Die recht optimistischen Stimmungsindikatoren wie das Konsumentenvertrauen oder die Einkaufsmanagerindizes haben sich nach der guten Entwicklung im ersten Quartal zuletzt etwas schwächer gezeigt. Dennoch befinden sich die Messzahlen für die Stimmung der privaten Verbraucher und der Unternehmen noch auf einem sehr hohen Niveau, sodass wir von einer Fortsetzung der konjunkturellen Erholung in der EWU im weiteren Jahresverlauf ausgehen. Insgesamt dürfte das BIP des Währungsgebietes 2015 um rund 1,6 Prozent gegenüber dem Jahr 2014 zulegen.

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