Frankreich mit starkem Jahreseinstieg – Deutschland auf den ersten Blick enttäuschend

Bei den französischen Daten zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2015 gab es eine faustdicke Überraschung. Mit einem Quartalszuwachs von +0,6 Prozent erreichte die französische Wirtschaft ein hervorragendes Ergebnis, was man so nicht unbedingt erwarten konnte. Besonders kräftig hat der private Verbrauch zugelegt, angetrieben durch die Entlastungen beim Ölpreis sowie einige Steuererleichterungen, die zum Jahreswechsel in Kraft getreten sind. Weitere Wachstumsstützen waren zum einen der Staatsverbrauch und auch die in der Historie stark schwankende Lagerkomponente. Dagegen haben sowohl die Netto-Exporte als auch die Investitionen das Wachstum gedämpft.

Der starke Jahreseinstieg ist allerdings zu relativieren: Denn INSEE hat die Ergebnisse zur Wirtschaftsleistung in den zurückliegenden Quartalen abwärts revidiert, sodass die Dynamik am aktuellen Rand etwas höher ausgefallen sein dürfte. So wurde für das Gesamtjahr 2014 nur noch ein Wirtschaftswachstum von +0,2 Prozent ausgewiesen, nachdem das Ergebnis bislang bei +0,4 Prozent gestanden hatte.

In Deutschland hat sich das Wachstumstempo dagegen zum Jahresbeginn abgeschwächt. Im Schlussquartal 2014 stand noch eine Zuwachsrate der Wirtschaftsleistung von 0,7 Prozent zu Buche, für das erste Quartal 2015 wurde nur ein Plus von 0,3 Prozent gemeldet. Dabei haben aber nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sowohl die privaten Konsumausgaben als auch die Investitionen zugelegt.

Etwas gebremst wurde das Wachstum in Deutschland dagegen durch den Außenhandel: Zwar sind die Exporte – unterstützt durch einen schwachen Eurokurs – in den ersten drei Monaten angestiegen, doch war das Wachstum der Importe noch wesentlich stärker. Damit ist der Überschuss der Ausfuhren etwas gesunken, was rechnerisch das Wachstum vermindert. Für die Konjunktur ist der kräftige Anstieg der Importe aber kein schlechtes Zeichen, denn er belegt eine gut laufende Binnenkonjunktur. Insgesamt stellen die aktuellen Daten der deutschen Wirtschaft zu Jahresbeginn 2015 also kein schlechtes Zeugnis aus, auch wenn eine BIP-Wachstumsrate von 0,3 Prozent unter den Erwartungen liegt.

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