Das Comeback des Euro steht auf wackeligen Beinen

Die Euro-Erfolgsstory der letzten vier Wochen ist nicht nur bemerkenswert, sondern bietet zudem ausreichend Platz für berechtigte Zweifel. Sicherlich wurde die positive Entwicklung von den nicht sonderlich euphorischen Zahlen jenseits des Atlantiks beflügelt. Es scheint, als wären mit der jüngsten Aufstiegsdynamik des Euro jegliche Risiken, die den Euroraum fundamental gefährden, in Vergessenheit geraten. Drei dieser Risiken werden im Folgenden in Erinnerung gerufen.

Bei genauerer Betrachtung dieser Risiken, wird klar, weshalb der momentane Höhenflug des Euro nicht lange andauern sollte. Zunächst einmal geraten, bei allem Enthusiasmus um den Euro, jegliche Risikofaktoren aus Griechenland in Vergessenheit. Die griechische Regierung schaffte es zwar jüngst, ihre Gläubiger durch unkonventionelle Maßnahmen zu bedienen, wie lange dies aber noch gut geht, ist sehr fraglich. Des Weiteren könnte die Ukraine-Krise dem Euro auch noch das Leben schwer machen. Von den Kämpfen in der Ost-Ukraine ist in der medialen Berichterstattung zwar wenig zu hören, ändert dennoch nichts an der Tatsache, dass hier große Gefahren für den Euro lauern.

Was könnte ein dauerhaftes Wiedererwachen des Euro noch verhindern? Zum einen werden die US-Konjunkturdaten im zweiten Quartal deutlich robuster ausfallen als in den ersten drei Monaten des Jahres. Zum anderen dürfte die konjunkturelle Dynamik in der Eurozone nicht so stark anziehen und somit dem Euro keine Unterstützung bieten. Zu guter Letzt ist da noch die US-Leitzinswende. Wurde noch zur Jahreswende der Juni als aussichtsreichster Kandidat für die Zinsanhebung diskutiert, wird marktseitig, auf Basis der Fed Funds Futures, nun erwartet, dass im Dezember dieses Jahres der Zeitpunkt gekommen sein dürfte. Wir gehen sogar davon aus, dass die Zinswende im September kommen könnte. Sollte dies eintreffen, dürfte die aktuelle Dollar-Schwäche noch früher ein Ende finden.

Somit sei der jüngste Ausflug des Euro ihm zwar gegönnt, von langer Dauer dürfte dieser jedoch nicht sein. Es bilden sich zu viele graue Wolken am Horizont, die ein standfestes Comeback des Euro verhindern sollten.

 

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