PSPP: Notenbanken rüsten sich für illiquide Sommermonate

In der vergangenen Woche wurden Ankäufe in Höhe von 13,7 Mrd. Euro auf die Bücher genommen – das kumulierte PSPP-Ankaufvolumen stieg entsprechend auf 122,4 Mrd. Euro. Somit fiel das Ankaufvolumen wie schon in der Vorwoche überdurchschnittlich hoch aus. Zur Erinnerung: das für die monatliche Zielerreichung notwendige Ankaufvolumen pro Woche liegt in etwa bei 11 Mrd. Euro.

Unserer Ansicht nach ist das überdurchschnittlich hohe Ankaufvolumen seit Beginn des Monats Mai ein klares Indiz dafür, dass die EZB sowie die nationalen Zentralbanken versuchen, sich ein Polster für die voraussichtlich illiquiden Sommermonate anzukaufen. Bestätigt wurde diese Theorie heute erstmals in sehr klarer Form von EZB-Direktoriumsmitglied Coeuré. So wird in Mai und Juni ein Frontloading, d.h. ein vergleichsweise hohes Ankaufvolumen, angestrebt, um in den liquiditätsarmen Monaten Juli und August weniger ankaufen zu müssen und somit mögliche Marktverwerfungen zu mindern.

Durch den Renditeanstieg Ende April beziehungsweise Anfang Mai übersteigt die theoretische PSPP-Nachfrage das theoretische Angebot mittlerweile bei allen EWU-Staaten. Im Falle deutscher Bundesanleihen liegt das Verhältnis von Nachfrage zu Angebot aktuell nur noch bei etwas über 70 Prozent. Bei diesem Verhältnis ist wohlgemerkt bereits berücksichtigt, dass die bereits erfolgten Käufe die theoretische Angebotskomponente reduziert haben. Im Falle portugiesischer Anleihen ist das Verhältnis am größten und somit aus Notenbanksicht theoretisch am unvorteilhaftesten. Allerdings liegt das Verhältnis hier mit knapp 74 Prozent ebenfalls noch deutlich unterhalb einer Marke, ab der die Notenbanken vor ernsteren Problemen stünden.

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