Arbeitsmarkt in Spanien: Reformen beginnen sich auszuzahlen

Das vergangene Jahr markierte einen Wendepunkt am spanischen Arbeitsmarkt. Erstmals seit dem Krisenjahr 2008 konnte die Beschäftigung im Jahresdurchschnitt zulegen, und zwar um gut 200 000. Damit kommt die konjunkturelle Erholung, die im Jahr 2013 einsetzte, inzwischen auch auf dem Arbeitsmarkt an. Vor dem Hintergrund der guten Wachstumszahlen am aktuellen Rand dürfte sich dieser positive Trend fortsetzen.

Durch umfassende Strukturreformen konnte die spanische Volkswirtschaft in den zurückliegenden Jahren ihre Wettbewerbsfähigkeit verbessern. Zentral für den Arbeitsmarkt waren vor allem die Reformen von Premierminister Rajoy aus dem Jahre 2012, die auch als Vorbild für Italien und vor allem Frankreich taugen. Die Säulen der Reformen waren eine Verbesserung der inneren Flexibilität für Unternehmen, Veränderungen des Tarifverhandlungssystems, Lockerungen des Kündigungsschutzes sowie Einstellungsanreize für Unternehmen.

Auch wenn die konjunkturelle Erholung inzwischen auf breiten Beinen steht, lag das Beschäftigungsniveau im vergangenen Jahr immer noch um 16 Prozent unter dem Vorkrisenstand. Nicht nur vor dem Hintergrund hat die Krise in Spanien deutliche Spuren am Arbeitsmarkt hinterlassen. So hat die Bedeutung des Bausektors für die Beschäftigung abgenommen, aber auch die des verarbeitenden Gewerbes.

Der Beschäftigungsaufbau im letzten Jahr hat sich vor allem auf befristete Arbeitsverhältnisse erstreckt, wobei mehr als die Hälfte dieser Verträge mit einer Dauer von maximal drei Monaten ausgestattet ist. Hinzu kommt, dass die Bedeutung der Teilzeitbeschäftigung in den letzten Jahren zugenommen hat, wobei viele Teilzeitkräfte in Spanien gerne mehr oder sogar Vollzeit arbeiten würden. Trotz dieser Probleme kann sowohl die befristete als auch die Teilzeitbeschäftigung als Brücke in den Arbeitsmarkt dienen in der Gestalt, dass diese Stellen später vermehrt in unbefristete Vollzeitstellen umgewandelt werden. Daher ist es auch wichtig, dass der Reformkurs in Spanien fortgesetzt wird. Denn es bleiben wichtige Baustellen am spanischen Arbeitsmarkt: Zu nennen sind vor allem die geringe Mobilität der Arbeitskräfte, eine Verbesserung der aktiven Arbeitsmarktpolitik sowie der Bereich Aus- und Weiterbildung.

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