EWU-Konjunktur: Einkaufsmanagerindizes liefern gemischtes Bild

Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone ist im Mai den zweiten Monat in Folge gesunken, liegt aber mit 53,4 Punkten weiterhin deutlich im Expansionsbereich. Erfreulich ist auch, dass laut Markit der Beschäftigungsaufbau so stark ausgefallen ist wie zuletzt vor vier Jahren. Die beiden Teilindizes haben sich im Mai in die entgegengesetzte Richtung bewegt: Während die Industrie mit einem Anstieg auf 52,3 ihren kleinen Stimmungsdämpfer vom April wettmachen konnte, ist der Teilindex für die Dienstleister um 0,8 Punkte auf 53,3 abgerutscht. Insgesamt untermauern die Ergebnisse, dass sich die konjunkturelle Erholung im Euroraum mit moderatem Tempo fortsetzen wird.

Nicht nur das Bild für Eurozonen-Daten fällt gemischt aus, sondern auch für die beiden Euro-Schwergewichte Deutschland und Frankreich. Positive Neuigkeiten gab es aus Frankreich: So ist der Gesamt-Einkaufsmanagerindex auf 51,0 (April: 50,6) geklettert und zeigt damit ein moderates Wachstum in der französischen Wirtschaft an. Unterstützung kam von beiden Teilindizes: So ist die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe auf ein Zwölfmonatshoch von 49,3 Punkten (April: 48,0) gestiegen. Damit verbleibt der Teilindex aber weiterhin unterhalb der Expansionsschwelle von 50 Punkten. Sein Pendant für den Dienstleistungssektor hat um 0,2 Punkte auf 51,6 zugelegt und bleibt daher der Wachstumstreiber für die französische Wirtschaft. Das erfreuliche Gesamtbild von den französischen Einkaufsmanagerindizes komplettieren die Angaben von Markit zum Neugeschäft und zur Beschäftigungslage, die beide von den befragten Unternehmen besser beurteilt wurden.

Die Ergebnisse aus Deutschland haben dagegen leicht enttäuscht. Die Stimmung der Einkaufsmanager hat sich insgesamt merklich verschlechtert, der Gesamtindex ist von 54,1 auf 52,8 Punkte gefallen. Die Verschlechterung erstreckte sich auf die Industrie (Rückgang auf 51,4 von 52,1) und auch auf den Dienstleistungssektor (Rückgang auf 52,9 von 54,0). Nach Angaben von Markit kamen schwächere Impulse vor allem vom Exportgeschäft, aber auch von den Auftragseingängen im Inland. So spürten die Unternehmen eine zunehmende Verunsicherung im wirtschaftlichen Umfeld, und die Nachfrage bleibe verhalten. Trotz dieses Stimmungsdämpfers bleibt die deutsche Wirtschaft aber auf Wachstumskurs. Dies signalisiert auch der immer noch deutliche Abstand der deutschen Einkaufsmanagerindizes von der kritischen Schwelle von 50 Indexpunkten.

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