Überraschungssieger bei den polnischen Präsidentschaftswahlen

Entgegen den Erwartungen hat der im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen als Außenseiter gegoltene Kandidat der Opposition, Andrzej Duda, die Stichwahl um das höchste Amt des Landes gewonnen. Er erreichte rund 52% der Stimmen. Der bisherige Amtsinhaber Komorowski konnte hingegen nur 48% der Wählerstimmen auf sich vereinen. Der polnische Zloty reagierte unmittelbar nach Bekanntgabe der ersten Hochrechnungen gegenüber dem Euro mit Kursverlusten. In seiner Ansprache am Wahlabend betonte Duda, dass er der Präsident aller Polen sein werde. Des Weiteren sprach er sich für soziale Verbesserungen sowie für die Schaffung von Arbeitsplätzen aus. Zudem stellte er eine Absenkung des Renteneintrittalters in Aussicht. Wenngleich seine Versprechen weit über seine Kompetenzen hinausgehen, dürfte für viele Polen der Wunsch nach einem politischen Wechsel bei der Wahl Dudas eine wichtige Rolle gespielt haben, beklagen doch immer mehr Bürger des Landes die wachsende soziale Ungerechtigkeit und die ungleiche Verteilung des erreichten Wohlstandes. Der Wahlausgang dürfte die Regierung von Ministerpräsidentin Kopacz in Unruhe versetzen, galt die Präsidentschaftswahl doch als Stimmungstest für die im Oktober anstehende Parlamentswahl, bei der die Regierungspartei eine weitere Amtszeit anstrebt. Der Zloty dürfte sich unserer Ansicht nach von den politischen Ereignissen nicht lange verunsichern lassen und sein Augenmerk bald wieder dem für ihn wichtigeren ökonomischen Geschehen des Landes zuwenden.

 

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