Steigende Volatilität – ein Warnsignal

In der heute anstehenden EZB Sitzung wird sich EZB-Chef Draghi sicherlich – oder hoffentlich – zu der stark gestiegenen Volatilität an den Finanzmärkten, insbesondere den europäischen Anleihemärkten, äußern.

Gerade gestern ereignete sich abermals ein deutlicher Renditeanstieg. Bei den 10-jährigen Bundesanleihen waren es 15 Basispunkte. Zwar wurden gestern Preisdaten aus der Eurozone veröffentlicht, die etwas höher ausfielen als erwartet, aber die Differenz zu den Erwartungen war nicht so groß, um eine solche Bewegung zu erklären.

Aus meiner Sicht resultieren diese starken Marktbewegungen aus der äußerst geringen Liquidität an den Anleihemärkten. Die EZB verringert durch das laufende QE-Programm die freie Liquidität sehr deutlich, und die Banken haben auf Grund der regulatorischen Vorgaben die Handelsbücher verkleinert. Damit können die Banken die ihnen früher zufallende Pufferfunktion an den Finanzmärkten nicht mehr erfüllen, so dass schon ein nur geringer Abgabedruck bei Anleihen entsprechend zu einer deutlichen Marktreaktion führt.

Somit sind die hohe Volatilität und die steigenden Renditen zwar kein Zeichen, dass das QE-Programm der EZB keinen oder nur einen geringen Effekt auf die Märkte hat. Es ist aber als ein Warnsignal zu verstehen, dass der Stresspegel an den Finanzmärkten ein kritisches Niveau erreicht hat.

Vor diesem Hintergrund wird es spannend sein, wie EZB-Chef Draghi die jüngsten Entwicklungen einordnet – insbesondere vor dem Hintergrund, dass die EZB gerade keine hohe Volatilität an den Märkten und keine steigende Renditen bei den europäischen Anleihen haben möchte.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *