Deutliche Dynamik am US-Arbeitsmarkt

In den ersten fünf Monaten dieses Jahres ist die Beschäftigungsdynamik in den Vereinigten Staaten nur leicht niedriger gewesen als in dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, dies zeigt der heute veröffentlichte offizielle Arbeitsmarktbericht. Nicht nur hat der Jobmotor im Mai auf das recht ordentliche Tempo von 280.000 neuen Stellen hoch geschaltet, sondern auch die schwachen März-Daten wurden noch deutlich nach oben revidiert. Der wesentliche Schub kam wieder einmal aus dem Dienstleistungssektor, wo mit einem Anstieg um 256.000 allein mehr als 90 Prozent der neuen Arbeitsplätze geschaffen wurde. Der öffentliche Bereich lieferte mit einem Plus von 18.000 Personen, wie auch im April, einen vergleichsweise bescheidenen Beitrag. Einen noch schwächeren Beitrag lieferten allerdings die privaten güterproduzierenden Unternehmen: Hier wurde die Zahl der Beschäftigten nur um 6.000 Personen gegenüber dem Vormonat gesteigert, auch wenn allein in der Automobilbranche ein größeres Plus verzeichnet wurde. Im Bergbau sank hingegen die Zahl der Beschäftigten den fünften Monat in Folge, Grund hierfür ist die verhaltene Entwicklung in der Ölindustrie. Seit Jahresanfang sind dadurch im Bergbau 68.000 Stellen gestrichen worden – mehr als im vergangenen Jahr aufgebaut wurden.

Trotz des deutlichen Beschäftigungsaufbaus stieg die Arbeitslosenquote leicht von 5,4 auf 5,5 Prozent, da sich das Angebot an Arbeitskräften um fast 400.000 Personen gegenüber dem Vormonat erhöhte. Der heutige, recht positive Bericht wiederlegt allerdings nur teilweise die Skeptiker, die an der Fortsetzung der Erholung am US-Arbeitsmarkt gezweifelt hatten. Aufgrund der zunächst gemeldeten schwachen Arbeitsmarktdaten für den Jahresbeginn und auch schwacher Konjunkturdaten hatte die Skepsis an der weiteren Entwicklung insgesamt zugenommen. Der Mai-Bericht bestätigt nach unserer Einschätzung, dass der Erholungsprozess weiter intakt ist. Allerdings zeigt der gleitende Drei-Monatsdurchschnitt, dass sich die Dynamik etwas verlangsamt hat. Wir gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung in den kommenden Monaten fortsetzt, so dass die Arbeitslosenquote weniger schnell sinken dürfte als im Vorjahr. Ursache ist der schwächere Schub aus dem Bereich der Güterproduktion. Der Servicebereich dürfte hingegen weiterhin den entscheidenden Impuls liefern, um die Arbeitslosenquote in den kommenden Monaten weiter zu senken.

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