EZB-Pressekonferenz gibt dem Rentenmarkt den Rest

Die Pressekonferenz der Europäischen Zentralbank (EZB) am Mittwoch hat den ohnehin schon angeschlagenen Rentenmärkten einen weiteren Schlag versetzt. Mario Draghi quittierte die massiv gestiegene Volatilität an den Märkten mehr oder weniger mit einem Schulterzucken. Die Märkte müssten sich angesichts der hohen Bewertungen an eine höhere Volatilität gewöhnen, hieß es sinngemäß.

Die Anleger nahmen das nach einer ersten leichten Irritation zum Anlass, sich geballt auf die Verkäuferseite zu stellen. Der Bund-Future, der zu Wochenbeginn noch bei knapp 155,50 Punkten gelegen und schon am Montag und Dienstag rund 300 Basispunkte verloren hatte, brach erneut ein. Am ohnehin dünnen Feiertagshandel am Donnerstag wurden kurzzeitig Niveaus von knapp unter 149 Punkten erreicht, bevor es wieder aufwärts ging, als sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen der 1%-Marke genähert hatte.

Neben der Enttäuschung, dass die EZB kein größeres Interesse an niedrigen Zinsen geäußert hat, können als Auslöser für den Kursverfall auch die etwas höher als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten für Mai genannt werden. Die durch das Kaufprogramm der EZB massiv zurückgegangene Marktliquidität bewirkt den Rest. Schon kleine Ereignisse reichen aus, um am Markt große Bewegungen zu erzeugen – und die gingen in der abgelaufenen Woche nur in eine Richtung: bei den Renditen nach oben und den Kursen nach unten. Und zu allem Überfluss steigt auch noch der Euro. Damit passiert gegenwärtig genau das Gegenteil dessen, was die EZB mit ihrem Kaufprogramm erreichen möchte.

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