Technische Analyse DAX: Spielball der Politik


Zunächst konnte der deutsche Blue Chip-Index zu Mitte der vergangenen Woche seine kurzfristig „überverkaufte“ Situation nutzen und eine deutlichere Erholungsbewegung starten. Durch die erneute Zuspitzung in der Griechenlandkrise wurde die laufende Erholungsbewegung beim DAX jedoch schon am Donnerstagnachmittag recht zügig beendet und mit der Tageskerze ein ungünstig zu interpretierender „oberer Schatten“ herausgebildet. Diese Abgabenneigung setzte sich dann auch am Freitag weiter fort.

Insgesamt stellt sich mit Blick auf die deutlicheren Kursverluste seit Mitte April eine eher unbefriedigende Erholungsbewegung dar. Zwar konnte die Chance genutzt werden, aus der „überverkauften“ Lage heraus an der unteren Begrenzung seines abwärts gerichteten Trendkanals eine Aufwärtsreaktion zu initiieren, jedoch konnte bislang noch nicht einmal eine Stabilisierung bis in den oberen Bereich des Trendkanals um 11.600/11.700 Punkte gelingen. Weiterhin stützt die historische Erfahrung im Hinblick auf die Bereitschaft der EZB, in den kommenden Monaten größere Liquidität in den Markt zu pumpen, zumindest mittelfristig die Erwartungshaltung einer laufenden Konsolidierung im längerfristigen Aufwärtstrend. Dies wird auch bekräftigt durch die Tatsache, dass in der vergangenen Woche das 38,2%-Fibonacci-Retracement des letzten längerfristig aufwärts gerichteten Trendimpulses zwischen Oktober 2014 und April 2015 um 10.850 Punkte erfolgreich verteidigt wurde. Hierdurch lässt sich weiterhin noch ein strategisches Kurspotenzial bis 13.335 Punkte ableiten.

Formationstechnisch muss daneben jedoch auch die Gefahr der Herausbildung eines „Tops“ im Rahmen einer „Kopf-Schulter“-Trendumkehr berücksichtigt werden. Unterstützung findet diese Annahme durch die Etablierung von Verkaufssignalen von Seiten mittelfristig ausgerichteter Trendfolgeindikatoren. Die aktuell recht undurchsichtige charttechnische Ausgangslage ist damit ein deutliches Zeichen der politisch sensiblen Situation (Stichwort: Grexit). Wir sehen dennoch unter dem unverändert gegebenen Anlagenotstand der Investoren (Liquidität wurde in den letzten Wochen auch aus dem Rentenmarkt abgezogen) eine gute Basis, dass sich aktuell noch keine längerfristige Trendumkehr beim DAX darstellt. Trotz der erhöhten politischen Unwägbarkeiten sehen wir den Index daher noch als gut unterstützt an.

Fazit: Auch wenn gegenwärtig die politische Sensibilität der Kursentwicklung am Aktienmarkt sehr ausgeprägt ist, sehen wir dennoch unter dem unverändert gegebenen Anlagenotstand der Investoren eine gute Basis, dass sich aktuell noch keine längerfristige Trendumkehr darstellt. Im Rahmen des laufenden mittelfristigen abwärts gerichteten Trendkanals ergibt sich aktuell die Chance, dass zumindest eine Stabilisierung bis in den oberen Bereich des Trendkanals um 11.600/11.700 Punkte gelingt.

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