Spekulatives Sentiment hellt sich zugunsten des Euro auf

Die Verhandlungen zur Rettung Griechenlands gehen in die letzte Runde, aber weder im Euro-Kassakurs noch bei der spekulativen Marktpositionierung scheint dies Anlass für Unruhe zu sein. Ganz im Gegenteil: die spekulative Marktpositionierung laut IMM-Daten zeigt sogar eine spürbare Aufhellung der Euro-Stimmung. Der Euro-Short-Überhang ist um beachtliche 48.617 auf 89.357 Kontrakte, den niedrigsten Stand seit Juli 2014, zurückgegangen. Damit überwiegen zwar immer noch die Short-Engagements, aber die Verbesserung gegenüber dem Rekord-Pessimismus vom April 2015 (226.560 Kontrakte) ist unübersehbar. In der Geschichte hat es erst dreimal eine so starke Stimmungsaufhellung gegeben wie in der jüngsten Berichtswoche.

Naheliegend wäre, dahinter einen Short-Squeeze zu vermuten; allerdings offenbaren uns die Positionierungsdaten, dass ein Anstieg der Brutto-Long(!)-Engagements (und nicht etwa eine Reduzierung der Brutto-Short-Engagements) der treibende Faktor bei der Netto-Positionierungsverschiebung war. Setzt der spekulative Markt darauf, dass doch noch eine Last-Minute-Rettung für Griechenland gelingen kann und preist dies vorab positiv ein? Oder wird ein Scheitern der Verhandlungen und Eskalationsszenario für die Griechenlandfrage inzwischen für so beherrschbar gehalten, dass der Euro dies mit Leichtigkeit verkraften kann? Das verraten uns die Positionierungsdaten leider nicht. Was bleibt, ist das merkwürdige Gefühl, dass die Marktstimmung ausgerechnet jetzt zugunsten des Euro dreht, wo es um Alles oder Nichts für Griechenland geht.

 

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