Technische Analyse S&P 500: Anlauf nach oben zu erwarten – Luft allerdings zunehmend dünner

Insgesamt ist der Index aktuell dabei, den charttechnischen Widerstandsbereich um 2.120/2.135 Punkte erneut einem Test zu unterziehen und notiert damit wieder in der Nähe seines Allzeithochs. Auch wenn dies noch ein „intaktes“ positives charttechnisches Umfeld bedeutet, so leidet der S&P 500 weiterhin unter seinem äußerst geringen Aufwärtsmomentum. Mit Beginn des laufenden Jahres hat kein neues Allzeithoch zu einem neuen Trendmomentum geführt, stattdessen wich die Dynamik über die letzten Monate sukzessive aus dem Markt. Im Rahmen des zwar aufwärts gerichteten, aber relativ flach verlaufenden Trendkanals von Mitte März kann daher nicht mehr als ein nochmaliger Test der oberen Begrenzung, die gegenwärtig bei 2.155/60 Punkten verläuft, abgeleitet werden.

Wir bleiben daher bei unserer Aussage, dass die Luft am US-amerikanischen Aktienmarkt immer dünner wird. Präziser formuliert, befindet sich dieser innerhalb eines breit angelegten „Distributionsprozesses“, an dessen Ende der Übergang in eine markante Korrekturbewegung stehen dürfte. Zwei der drei großen „Dow“-Sektoren (Transportwerte und Versorger) befinden sich bereits in sekundärzyklischen Abwärtsbewegungen, lediglich die Industrieaktien halten innerhalb der „Dow-Familie“ den laufenden Aufschwung am Leben. Ein typisches Merkmal einer Bullenmarkt-Endphase ist die Selektivität. Immer weniger Sektoren/Einzelaktien partizipieren noch an der Hausse, die großen Indizes weisen größtenteils noch intakte Aufwärtstrends auf, doch „unter der Oberfläche“ machen sich deutliche Risse breit. Diese Situation finden wir aktuell vor:
Es fehlt einfach die Marktbreite, um die großen Indizes noch weiter nach oben zu tragen. Die NYSE Advance/Declinie-Line, die sich kumulativ aus der Differenz zwischen steigenden und fallenden Einzelwerten errechnet, wies bereits im Mai eine „negative Divergenz“ zum S&P 500 auf. Insgesamt gehen wir davon aus, dass der S&P 500 allenfalls noch die Chance hat, auf marginaler Basis ein neues Bewegungs- bzw. Allzeithoch zu markieren.

Fazit: Der Index setzt seinen dynamikarmen Anstieg weiter fort und testet erneut seine charttechnische Widerstandszone um 2.120/35 Punkte. Wir gehen davon aus, dass dem Markt nochmals die Etablierung eines neuen Allzeithochs gelingen wird, wobei das Anschlusspotenzial mit 2.155/60 Punkten allenfalls als marginal zu bezeichnen ist. Insgesamt dürfte der Index in einen wichtigen Hochpunkt hineinlaufen.

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