EWU-Einkaufsmanagerindizes im Juni: Dienstleister in bester Stimmung

Die Zuversicht der Einkaufsmanager im Euro-Raum hat sich im Juni wieder etwas aufgehellt. In den beiden großen Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich zeigten sich gleichermaßen Stimmungsverbesserungen. Insgesamt war dies vor allem auf den Dienstleistungsbereich zurückzuführen. Aber auch die Industrie konnte einen Gang zulegen. Die Daten von heute deuten nicht nur auf eine Fortsetzung des Konjunkturaufschwungs in der Währungsunion hin, das BIP-Wachstum könnte sich im zweiten Quartal gegenüber den 0,4 Prozent (Q/Q) im ersten Quartal leicht beschleunigt haben.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum, gebildet aus Indizes der beiden Teilbereiche Industrie und Dienstleistungen, stieg von 53,6 auf 54,1 Indexpunkte. Er liegt damit deutlich über der neutralen Marke von 50 Punkten, ab der eine Ausweitung der Produktion in der privaten gewerblichen Wirtschaft signalisiert wird. Zudem notiert der Index im gesamten Durchschnitt des zweiten Quartals so hoch wie seit vier Jahren nicht mehr. Die positive Entwicklung basiert auch auf einer breiten Basis, da sich die Stimmung sowohl bei den Dienstleistern als auch im Industriebereich aufhellte. Die Auftragseingänge und die Geschäftsaussichten erhielten zwar einen leichten Dämpfer – Grund dafür ist wohl die noch ungelöste Griechenlandkrise. Dennoch wurde die Produktion in der EWU im Juni nochmal deutlich ausgeweitet

In Deutschland stieg der Gesamtindex um 1,4 auf 54 Punkte. Im Dienstleistungsbereich liefen die Geschäfte deutlich besser als im Vormonat, der Index kletterte auf 54,2 von 53,0 Punkten im Vormonat. Aber auch der Index für den Industriebereich legte zu. Dennoch verlangsamte sich der Umfrage zufolge der Stellenaufbau in Deutschland gegenüber dem Vormonat. Zudem wurde insgesamt zum dritten Mal in Folge von sinkenden Auftragsbeständen berichtet. Sollte die Auftragseingangsentwicklung weiter an Schwung verlieren, könnte sich in den kommenden Monaten die konjunkturelle Dynamik abschwächen.

Die Stimmung in der französischen Privatwirtschaft hat sich im Juni merklich aufgehellt. Der „Composite Index“ stieg von 52,0 auf 53,4 Indexpunkte. Er notiert damit so hoch wie seit 46 Monaten nicht mehr. Beide Teilindizes konnten deutliche Steigerungen verbuchen: Die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe kletterte mit 50,5 Punkten erstmals seit April 2014 über die Schwelle von 50 Punkten, der Dienstleistungsindex legte von 52,8 auf 54,1 Punkte zu. Erfreulich sind laut Markit positive Signale von Neuaufträgen und Beschäftigung. Weniger erfreulich ist dagegen der immer noch vorhandene Abwärtsdruck auf die Absatzpreise der Unternehmen. Insgesamt untermauern die aktuellen Umfragen aber den Aufwärtstrend für die französische Wirtschaft. Allerdings dürfte das Wachstum – trotz der positiven Indikationen von den Einkaufsmanagerindizes – im zweiten Quartal geringer ausfallen als zu Jahresbeginn, als es durch Sondereffekte begünstigt worden war.

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