Stimmung der deutschen Unternehmen trübt sich im Juni erneut ein

Die weiter ungelöste Griechenlandfrage bewegt auch die deutschen Unternehmen. Das ifo Geschäftsklima hat sich im Juni erneut abgekühlt. Der Saldo der Antworten fiel von 10,0 Punkten im Mai auf nunmehr nur noch 7,9 Punkte. Im Gegensatz zum Vormonat, als der Rückgang allein auf die schwächeren Geschäftserwartungen zurückzuführen war, gaben in diesem Monat sowohl die Erwartungen als auch die Einschätzung der aktuellen Lage nach. Bei den Erwartungen ist es mittlerweile bereits der dritte Rückgang in Folge. Der aktuellen Eintrübung der Lagebewertung gingen immerhin drei Anstiege voraus.

Am stärksten hat sich die Stimmung im verarbeitenden Gewerbe eingetrübt. Zuletzt war das Geschäftsklima dort im Februar niedriger. Der Antwortsaldo bei den Geschäftserwartungen fällt mittlerweile nur noch leicht positiv aus. Das bedeutet, dass lediglich eine geringe Mehrheit der Betriebe im verarbeitenden Gewerbe die Erwartungen für die nächsten sechs Monate als „günstiger“ einschätzt. Auch im Großhandel und im Einzelhandel hat sich das Geschäftsklima gegenüber Mai verschlechtert. Während im Einzelhandel Erwartungen und Lagebewertung zurückgingen, ist das schlechtere Geschäftsklima im Großhandel allein auf die deutlich schwächeren Geschäftserwartungen zurückzuführen.

Das Bauhauptgewerbe konnte gegen den allgemeinen Trend einen Geschäftsklimaanstieg vermelden, der jedoch ausschließlich auf gestiegenen Geschäftserwartungen beruht. Damit kann der Bau den mittlerweile dritten Geschäftsklimaanstieg in Folge verbuchen. Besser gestimmt waren die Bauunternehmen zuletzt im November des vergangenen Jahres.

Auch die Dienstleistungsbetriebe waren im Juni besser gestimmt. Mit 27,1 Punkten stieg ihr Geschäftsklima sogar auf den höchsten Wert seit Juli 2011, obwohl die Dienstleister ihre aktuelle Lage etwas schwächer bewertet haben. Die Erwartungen legten dagegen kräftig zu.

Insgesamt fällt die Stimmung der deutschen Unternehmen damit etwas gedämpft aus. Trotzdem ist das Niveau der aktuellen Geschäftslage auch weiterhin als gut zu bewerten, und bei den Erwartungen sind die Optimisten immer noch in der Mehrheit – wenn auch nur leicht.

Ein deutlich dynamischeres Wachstum der deutschen Wirtschaft ist demnach vorerst nicht zu erwarten. Der solide Wachstumskurs kann aber weiter fortgesetzt werden.

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