„Grexit“-Sorgen belasten DAX

Die Möglichkeit eines bevorstehenden „Grexits“ wurde heute umgehend an den Aktienmärkten eingepreist. Der deutsche Leitindex DAX und der Euro Stoxx 50 erlitten dabei aufgrund ihrer hohen Handelsliquidität, speziell im Futures-Markt, größere Kursverluste als andere europäische (Länder-) Indizes. Die mit einem möglichen „Grexit“ verbundenen finanziellen Risiken liegen maßgeblich bei den Staaten und dem Vertrauen in die Währung Euro. Der Aktienmarkt hingegen verbrieft das private Kapital von Unternehmen und Investoren und sollte einen möglichen Austritt Griechenlands relativ zügig verdauen können, auch weil die deutschen Unternehmen dort keine nennenswerten Umsätze generieren. Der DAX hat gegenüber seinem diesjährigen Kurshoch bis heute 120 Mrd. Euro an Marktkapitalisierung verloren. Diese Summe ist deutlich größer als die möglichen direkten Belastungen für die Bundesrepublik Deutschland im Falle eines griechischen Staatsbankrotts.

In unserer Durchschnittsbetrachtung der neun Finanzmarktkrisen seit 1987 fiel der DAX von seinem alten Hoch innerhalb von gut 60 Tagen um rund 20%. Gegenüber dem Allzeithoch aus dem April 2015 ist der DAX bis heute bereits um 16% gefallen, so dass der Großteil der Abwärtsbewegung bereits eingepreist zu sein scheint. Ein Kursrutsch bis mindestens zur 200-Tage-Linie bei 10.570 Punkten ist jedoch aus unserer Sicht jederzeit möglich.

Kurzfristig gibt es noch zu viele Fragezeichen hinsichtlich des weiteren Fortgangs der Verhandlungen, so dass weitere Kursschwankungen wahrscheinlich und der Zeitpunkt für einen Kauf von Aktien verfrüht erscheint. Sobald sich die Gemengelage aufklärt, sehen wir gute Chancen für Aktienkäufe. Das große Bild für Dividendenpapiere bleibt unverändert bestehen: niedrige Zinsen und ein stabiles Weltwirtschaftswachstum sind geeignet, die Kurse für Aktien weiter anzutreiben.

 

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