EWU: Inflationsrate sinkt leicht, bleibt aber positiv

Die harmonisierte Inflationsrate des europäischen Währungsgebiets hat sich im Juni nach vorläufigen Berechnungen leicht abgeschwächt, sie bleibt aber im positiven Bereich. Gegenüber dem Juni 2014 verteuerten sich die Güter im einheitlichen Warenkorb des Euro-Raums um 0,2 Prozent. Im Mai lag die Inflationsrate noch bei 0,3 Prozent.

Basis für die Schnellschätzung der Inflationsentwicklung sind die Vorausmeldungen aus den großen Mitgliedsländern Deutschland, Italien und Spanien. Hier zeichnete sich eine langsamere Gangart bei der Inflation ab. Während sich die Jahresrate des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) in Deutschland von 0,7 Prozent im Mai auf 0,1 Prozent im Juni deutlich ermäßigte, blieb sie in Italien mit 0,2 Prozent unverändert. In Spanien war die Inflationsrate das erste Mal seit elf Monaten nicht mehr negativ, denn Waren und Dienstleistungen kosteten genauso viel wie im Juni 2014.

Nach den Angaben von Eurostat verhinderte hauptsächlich die Komponente Energie erneut einen stärkeren Anstieg des HVPI. Energiegüter kosteten 5,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Preisrückgang fiel damit wieder etwas größer als im Vormonat (-4,8 Prozent). Hier spiegelt sich die Entwicklung des Rohölpreises wieder, der im Juni wieder leicht niedriger notierte. Dagegen verzeichneten alle anderen Untergruppen des HVPI auf Jahressicht positive Preissteigerungsraten. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak waren um 1,2 Prozent teurer, Dienstleistungen um 1,0 Prozent und Industriergüter ohne Energie um 0,4 Prozent.

Die leicht geringere Inflationsrate gegenüber dem Vormonat macht deutlich, dass die Aufwärtsentwicklung auch in den nächsten Monaten nur langsam voranschreiten wird. Bei Energie dürften die Preisrückgänge allmählich zurückgehen. Jedoch sind kleine Rückschläge wie im Juni nicht auszuschließen. Aus konjunktureller Sicht erfreulich ist die Verteuerung bei den Industriegütern. Sie verzeichneten den dritten – wenn auch kleinen – Preisanstieg in Folge. Aber immerhin: Wenn die Güterpreise langsam zulegen, dann ist das ein weiteres Indiz dafür, dass sich die Verbrauchernachfrage in der EWU nach der jahrelangen Schwächephase weiter erholt. Wir erwarten, dass sich dieser Prozess in den nächsten Monaten weiter fortsetzt.

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