Britisches Pfund: der Überflieger unter den G10-Währungen

Seit Anfang Juni hat das Britische Pfund alle anderen G10-Währungen geschlagen: auf handelsgewichteter Basis konnte die Währung um knapp 2,5% zulegen. Daran, dass dies auf positive Entwicklungen in Großbritannien zurückzuführen war, darf getrost gezweifelt werden. Zwar fielen die Wirtschaftsdaten der vergangenen Wochen nicht auffallend schlecht aus, deutlich positive Impulse blieben aber ebenso aus. Auch seitens der Politik oder der Bank of England gab es keine Entwicklungen, die eine Outperformance der Währung gerechtfertigt hätten. Stattdessen ist die derzeitige Erfolgsstory des Pfundes auf externe Faktoren zurückzuführen. Schon im Februar hatte sich gezeigt, dass die Ankündigung des QE-Programms der EZB die Nachfrage nach UK Gilts zu beflügeln schien. Dieser Eindruck hat sich in den darauffolgenden Monaten eindrucksvoll bestätigt: in den Monaten Februar-Mai kauften ausländische Investoren beachtliche GBP 35 Mrd. an UK Staatsanleihen, der höchste Wert seit Mai 2010. Die Tatsache, dass dies vor allem auf die EZB zurückzuführen ist, bestätigt sich auch in Anbetracht der Tatsache, dass die Gilt-Käufe ausgerechnet im März am stärksten ausfielen (GBP 14 Mrd.), also genau der Monat, in dem die Anleihekäufe der EZB begannen. Aber auch die immer weiter eskalierende Krise in Griechenland dürfte die Nachfrage nach UK-Wertpapieren angekurbelt haben, schließlich gilt das Pfund schon seit der Einführung des Euros als logische Alternative für Investoren, die zwar in Europa investieren wollen, ihr Euro-Exposure aber nicht weiter ausweiten oder gar reduzieren möchten. Vor diesem Hintergrund sollte das Pfund auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter profitieren können.

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