US-Arbeitsmarkt: Kräftige Dynamik bei Dienstleistern senkt die Arbeitslosenquote

In den Vereinigten Staaten ist der Jobmotor auch im Juni weiter rund gelaufen, das zeigt der heute veröffentlichte offizielle Arbeitsmarktbericht. Außerhalb der Landwirtschaft hat sich die Zahl der Beschäftigten um 223.000 Personen erhöht, seit Jahresbeginn ergibt sich damit im Durchschnitt ein monatlicher Stellenaufbau von 208.000. Wenig überraschend ist die Tatsache, dass die Beschäftigungsdynamik nahezu vollständig von den Serviceunternehmen getragen wurde. Allerdings war das Ausmaß doch noch etwas stärker als von uns erwartet. Im güterproduzierenden Bereich wurden im Juni nur 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, darüber hinaus wurden die ohnehin schon schwachen Daten aus den Vormonaten noch leicht nach unten revidiert. Der weitere Stellenabbau im Bergbau war wegen der verhaltenen Entwicklung in der Ölindustrie zu erwarten, die Stagnation bei den Baubeschäftigten ist hingegen eine etwas enttäuschende Entwicklung. In diesem Bereich erwarten wir in den kommenden Monaten wieder stärkere Zahlen, da der Erholungsprozess nach der Häusermarktkrise immer noch im Gange ist.

Seit Mai dieses Jahres überschreitet die Zahl der Beschäftigten im Dienstleistungsbereich die Marke von 100 Millionen, die Wachstumsraten liegen hier seit 1985 jährlich im Durchschnitt um die zwei Prozent. Im güterproduzierenden Bereich wurden zuletzt hingegen nur 19,6 Millionen Arbeitskräfte gezählt – im Vergleich zu 1985 bedeutet dies einen Rückgang um 17 Prozent. Dennoch war im Ausnahmejahr 2014 erstmals seit dreißig Jahren die Beschäftigungsdynamik bei den Güterproduzenten höher gewesen als bei den Dienstleistern. In diesem Jahr dreht sich allerdings im Servicebereich der Jobmotor wieder schneller, dies hat die jüngste Datenveröffentlichung eindrucksvoll bewiesen. 2015 dürfte die Beschäftigungsdynamik der Servicebetriebe sogar bei rund zweieinhalb Prozent liegen und damit so hoch sein wie zuletzt im Jahr 2000.

Die Zahl der Arbeitslosen profitierte im Juni sichtbar vom Stellenaufbau und sank auf 8,3 Millionen. In den vorangegangenen Monaten war der Rückgang der Arbeitslosenzahl ins Stocken geraten, da sich das Arbeitskräfteangebot ausgeweitet hatte. Im Juni fanden auch überdurchschnittlich viele Langzeitarbeitslose den Weg zurück in den Arbeitsmarkt. Dadurch setzte die Arbeitslosenquote ihren Abwärtstrend fort und notiert bei nur noch 5,3 Prozent. Damit hätte sich der Druck auf die Notenbank mit dem heutigen Bericht erhöht, wenn sich nicht erneut nur eine sehr verhaltene Entwicklung bei den Löhnen gezeigt hätte. Die Stundenlöhne stagnierten im Juni gegenüber dem Vormonat, so dass sich auf Jahressicht nur ein Anstieg um 2,0 Prozent ergibt. Demnach lässt trotz der schon sehr niedrigen Arbeitslosenquote ein steigender Lohndruck weiter auf sich warten.

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