Griechenland-Risiken beeinflussen den Goldpreis nicht

Trotz der weiter hohen Griechenland-Unsicherheiten und den damit verbundenen „Grexit“-Ängsten kann der Goldpreis weder in US-Dollar noch in Euro profitieren. Im Gegenteil gibt er sogar in beiden Währungen leicht nach.

Unseres Erachtens liegt das einerseits an einem gewissen Gewöhnungseffekt des Kapitalmarktes an die Griechenland-Risiken. Andererseits wiegt aus unserer Sicht schwerer, dass selbst bei einem „Grexit“ die Konsequenzen für den Finanzmarkt überschaubar blieben. Dies liegt sowohl an der geringen volkswirtschaftlichen Signifikanz Griechenlands für den Euro-Raum als auch an den begrenzten Auswirkungen eines griechischen Zahlungsausfalls für den Privatsektor. Denn viele Banken und Unternehmen haben ihre Geschäftsaktivitäten in Griechenland in den letzten Jahren bereits reduziert.

Ferner scheint sich am Kapitalmarkt die Meinung durchzusetzen, dass es für den Euroraum besser ist, wenn man sich an die eigenen Regeln hält. Außerdem wird die Ansteckungsgefahr der griechischen Krise auf andere europäische Länder als gering eingestuft, was einen großen Unterschied zu den positiven „Gold“-Jahren 2010/11 darstellt.

Viel entscheidender für den weiteren Goldpreisverlauf ist aber aktuell die Zinsentwicklung in den USA. Den ersten Zinsschritt der Fed erwarten wir erst im März 2016, sodass wir für den weiteren Jahresverlauf 2015 noch Gold-Aufwärtspotenzial sehen. Die ETF-Investoren dürften unseres Erachtens auch wegen der attraktiven „Goldpreis-Saisonalität“ im zweiten Halbjahr 2015 ihre Positionen ausbauen. Mit Blick auf das erste Quartal 2016 wird dann aber die Zinserhöhungsdiskussion wieder intensiver geführt werden, was dem Goldpreis die Flügel wieder stutzen dürfte.

 

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