EZB treibt PSPP weiter voran

Die europäischen Währungshüter haben bei ihrem heutigen Zusammentreffen den Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei 0,05% belassen. Im Zuge der an die EZB-Zinssitzung anschließenden Pressekonferenz hat Notenbankchef Draghi sich zuversichtlich darüber gezeigt, dass die europäische Konjunktur weiter an Tritt gewinnt. Die jüngsten Turbulenzen im Zusammenhang mit Griechenland haben diesen Ausblick grundsätzlich nicht beschädigt. Im Hinblick auf die Teuerungsentwicklung zeigen sich die Währungshüter zwar erfreut, dass die Inflationsrate wieder in den positiven Bereich zurückgekehrt ist, doch rechnen sie zunächst mit einer weiter anhaltend niedrigen Teuerung. Vor diesem Hintergrund hat Draghi hervorgehoben, dass die EZB das Anleiheankaufprogramm (PSPP) entschlossen umsetzen werde, bis eine nachhaltige Korrektur der Inflationsentwicklung auszumachen sei.

In der an die EZB-Zinssitzung anschließende Pressekonferenz war Griechenland das zentrale Thema. Im Zusammenhang mit den ELA-Hilfen für den griechischen Bankensektor hat Draghi bestätigt, dass diese heute zunächst für eine Woche um 900 Millionen Euro angehoben wurden. Im Zuge der Pressekonferenz hat Draghi die Zwickmühle skizziert, in welcher sich die Notenbank derzeit mit Blick auf die ELA-Hilfen befindet. Draghi hebt in diesem Zusammenhang hervor, dass die Entscheidungen der EZB unter der Annahme getroffen werden, dass Griechenland weiterhin Teil der Eurozone ist und bleibt. Es sei nicht an der Notenbank, über die Mitgliedschaft in der Eurozone zu entscheiden. Notenbankchef Draghi hat bei seinen Ausführungen im Rahmen der jüngsten EZB-Pressekonferenz deutlich gemacht, dass die EZB gewillt ist alles zu tun, um zu einer Stabilisierung der Lage in der gegenwärtige Krise beizutragen. Zugleich sieht der Notenbankchef aber vor allem auch die europäische Politik gefordert.

Im Zusammenhang mit dem gesamten neuen Hilfsprogramm äußerte Draghi, dass er dieses für tragfähig hält. Einen Grexit, der marktseitig in den letzten Tagen teilweise erwartet wurde, sehe er mit diesem Programm nicht, wobei es aber unvermeidbar sei, dass Griechenland eine Schuldenerleichterung erhalten müsse. Natürlich ist mit den jüngsten Entwicklungen um Griechenland das Thema „Grexit“ etwas aus dem Fokus geraten. Ein Grexit bleibt aber unserer Ansicht nach weiterhin eine Option. Darüber in aller Öffentlichkeit zu debattieren, ist allerdings nicht zielführend. Denn damit würde das ohnehin fragile griechische Finanzsystem weiter destabilisiert werden, so dass aus der Diskussion darüber eine sich selbst erfüllende Prophezeiung werden könnte.

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