Bank of England vor Zins-Dilemma

Der geldpolitische Rat (MPC) der Bank of England hatte Anfang des Monats zwar einstimmig beschlossen, den Leitzins bei 0,50% zu lassen. Das heute veröffentlichte Protokoll zeigt aber klar, dass die Falken im Rat an Zustimmung gewinnen. So ist von „mehreren“ Ratsmitgliedern die  Rede, die zwar in Anbetracht der bestehenden Unsicherheiten bzgl. der Situation Griechenlands, nicht bereit waren, für eine Zinserhöhung zu stimmen, für die die Entscheidung, den Leitzins auch weiterhin auf historischen Tiefstständen zu belassen, allerdings zunehmend schwieriger sei. Die Spekulation über eine erste Zinserhöhung noch vor Ende des Jahres ist damit wieder auf vollen Touren und wird uns in den kommenden Wochen und Monaten beschäftigen. Doch auch, wenn es ohne Frage gute Gründe für eine baldige Zinserhöhung gibt, glauben wir nicht, dass sich die Bank of England so schnell, wie der Markt momentan erwartet, bewegen wird. Zwar hat sich die britische Wirtschaft überraschend gut von der Krise 2008/2009 erholt, jedoch lässt die Dynamik bereits wieder nach. Die Arbeitslosenquote ist deutlich gefallen und auch die Löhne sind zuletzt gestiegen, gleichzeitig bleibt die Inflationsrate aber auf niedrigen Niveaus und auch die Kernrate verharrt weiterhin unter 1%. Weitere Hürden sehen wir in Form der hohen Verschuldung der Haushalte, der immer noch hohen Abhängigkeit von variablen Hypotheken und der Tatsache, dass die britische Regierung in den kommenden Jahren deutliche Einsparungen vornehmen wird. Vor diesem Hintergrund glauben wir nicht, dass die Bank of England sich schon im Herbst/Winter 2015 aus der Deckung wagen wird.

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