Goldpreis unter Druck

Am Freitag vergangener Woche legte die chinesische Zentralbank offen, dass sie in den letzten 6 Jahren ihre Goldreserven um 604 Tonnen auf 1.658 Tonnen aufstockte. Damit ist sie der sechstgrößte Goldhalter weltweit, allerdings liegen die implizierten jährlichen Goldkäufe nur bei etwa 100 Tonnen, was den Goldmarkt enttäuschte. Marktschätzungen gingen davon aus, dass China seine Reserven jährlich um etwa 300 Tonnen erhöht. Der Goldpreis ist daraufhin auf den tiefsten Stand seit März 2010 zurückgefallen.

Daneben gibt es eine Reihe weiterer Argumente, die mittelfristig für noch niedrigere Goldnotierungen sprechen. Zu nennen sind hier a) der starke US-Dollar, b) die geringen Inflationssorgen, c) die rückläufigen Griechenland-Unsicherheiten (geringere Attraktivität als sicherer Hafen) und d) die bevorstehende US-Leitzinswende (Opportunitätskostenanstieg des Goldbesitzes). Während die beiden erstgenannten bekannt sind und sich nach unserer Einschätzung zunächst auch nicht ändern, und die Griechenlandthematik in hinreichendem Maße eingepreist sein dürfte, wird sich der Anstieg der Opportunitätskosten der Goldhaltung im kommenden Jahr wohl tatsächlich einstellen und somit zu einem belastenden Faktor für den Goldpreis werden.
Nach dem China-Schock und der kräftigen Preisreaktion könnte sich der Goldpreis zunächst erholen. Dafür sprechen markttechnische Argumente und die Saisonalität.
Auf Sicht eines Jahres überwiegen aber unseres Erachtens klar die negativen Argumente, insbesondere der Anstieg der Opportunitätskosten, weshalb wir einen weiteren Kursrückgang erwarten, der die Goldnotierung unter die Marke von 1.000 USD/Unze führen sollte. Unsere neue Prognose auf Sicht von zwölf Monaten lautet daher 990 USD/Unze.

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