EWU-Einkaufsmanager: Nur leichte Eintrübung trotz Griechenland-Krise

Die Einschätzungen der Einkaufsmanager großer Unternehmen im Euro-Raum zur Geschäftsentwicklung fielen im Juli leicht schwächer aus als im Vormonat. In den beiden großen Mitgliedsländern Deutschland und Frankreich zeigten sich gleichermaßen Stimmungseintrübungen, die in Frankreich aber stärker waren als in Deutschland. In den anderen von der Umfrage erfassten Länden nahm die Zuversicht sogar leicht zu. Insgesamt dürfte sich gemäß den Umfrageergebnissen die bisher in der EWU zu beobachtende Konjunkturerholung weiter fortsetzen.

Der Gesamtindex für den Euro-Raum sank von 54,2 auf 53,7 Indexpunkte und bleibt damit über der neutralen Marke von 50 Indexpunkten, ab der ein Wachstum in der Privatwirtschaft signalisiert wird. Beide Teilbereiche – Dienstleistungen und Industrie – verzeichneten leichte Rückgänge. Der Umfrage-Zeitraum vom 13.-23. Juli lag nach dem griechischen Referendum und folgte direkt auf die Verhandlungen des Brüsseler Gipfels. Gemäß Markit kann noch nicht genau abgeschätzt werden, inwieweit die Krise rund um Griechenland Einfluss auf die Umfrageergebnisse genommen hat. Dennoch, sinkende Geschäftsaussichten, ein gedrosselter Stellenaufbau und langsam wachsende Neugeschäfte markieren insgesamt einen etwas schwächeren Start in das dritte Quartal.

Der deutsche Gesamtindex sank um 0,3 auf 53,4 Punkte. Im Dienstleistungsbereich liefen die Geschäfte nur geringfügig schlechter als im Vormonat. Der Index sank auf 53,7 von 53,8 Punkten im Vormonat. Im Verarbeitenden Gewerbe ging es etwas stärker nach unten von 51,9 auf 51,5 Punkte. Trotz der Abwärtsbewegung dürfte die deutsche Privatwirtschaft im Juli weiterhin ein robustes Wachstum erzielen. Der gesamte Auftragseingang hellte sich auf, dies beruhte nach Markit-Angaben auf dem Dienstleistungsbereich. In der Industrie schwächte sich die Nachfrage ab, Exportbestellungen schlugen demnach das erste Mal seit Januar sogar negativ zu Buche. Positiv bleibt zu vermerken, dass der Stellenaufbau sich wieder beschleunigte.

Die französischen Daten haben sich im Juli wieder einmal von ihrer volatilen Seite gezeigt. Diesmal ging es aber sowohl für den Gesamtindex als auch für die beiden Teil-Indikatoren deutlich abwärts, nachdem sie im Juni noch mit guten Ergebnissen aufwarten konnten. Der Teilindex für das verarbeitende Gewerbe, der im Juni erstmals seit mehr als einem Jahr wieder über die Marke von 50 Punkte steigen konnte, notiert nur noch bei 49,6 Punkten. Auch die Stimmung unter den Dienstleistern konnte ihr Vierjahreshoch vom Juni nicht halten und gab um gut 2 Punkte auf einen Indexstand von 52,0 nach. Die Einkaufsmanager berichten von einer schlechteren Auftragslage. Betrüblich stimmt auch, dass die Beschäftigung erstmals seit vier Monaten wieder als rückläufig eingeschätzt wurde. Insgesamt deuten die Ergebnisse der Einkaufsmanagerindizes in Frankreich darauf hin, dass das überraschend gute Wirtschaftswachstum im ersten Quartal von +0,6 Prozent auch im Sommer nicht wieder erreicht werden dürfte. Für das abgelaufene zweite Quartal rechnen wir mit einem Quartalswachstum von +0,4 Prozent.

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