Geschäftsklima der deutschen Unternehmen hellt sich im Juli auf

Die Aussicht auf eine länger anhaltende Einigung im Schuldenstreit mit Griechenland sorgte im Juli für eine bessere Stimmung der deutschen Unternehmen. Das ifo Geschäftsklima verbesserte sich nach zwei Rückgängen in Folge. Der Saldo der Antworten stieg von 8,0 im Vormonat auf 9,0 Punkte im Juli.

Sowohl die Geschäftserwartungen für die nächsten sechs Monate als auch die Bewertung der aktuellen Lage hellten sich auf. Bei beiden Indikatoren überwiegen aktuell die positiven Einschätzungen der befragten Unternehmen – bei den Erwartungen allerdings nur leicht. Lageeinschätzung und Geschäftserwartungen liegen zudem merklich über ihrem langjährigen Durchschnittswert.

Besonders die Großhandelsunternehmen zeigten sich in diesem Monat besser gelaunt. Ihre Lagebewertung fiel so hoch aus wie seit fast dreieinhalb Jahren nicht mehr und auch ihre Erwartungen legten zu. Ebenfalls guter Laune waren die Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe. Dafür sorgten die deutlich optimistischer ausgefallenen Geschäftserwartungen. Die Bewertung der aktuellen Lage gab dagegen leicht nach.

Der Anstieg wurde jedoch nicht von allen Branchen getragen. So trübte sich die Stimmung im Bauhauptgewerbe nach drei Anstiegen in Folge im Juli ein. Dies war jedoch allein auf die schwächere Einschätzung der aktuellen Lage zurückzuführen. Die Geschäftserwartungen hellten sich auf.

Im Einzelhandel verschlechterte sich das Geschäftsklima in diesem Monat zum zweiten Mal in Folge, was an den pessimistischeren Geschäftserwartungen lag. Die aktuelle Lage bewerteten die Einzelhändler dagegen etwas besser als noch im Vormonat.

Die Stimmung bei den Dienstleistungsunternehmen hat sich im Juli ebenfalls gegen den allgemeinen Trend eingetrübt. Wie auch im Einzelhandel waren dafür die schwächeren Geschäftserwartungen verantwortlich. Die aktuelle Lage konnte sich dagegen verbessern. Trotz des leichten Geschäftsklimarückgangs bleiben die Dienstleistungsunternehmen von allen Sektoren der deutschen Wirtschaft weiterhin am besten gelaunt.

Damit zeigt sich trotz der Verbesserung beim Geschäftsklima insgesamt ein gespaltenes Ergebnis: In den inlandsorientierten Branchen verschlechterte sich das Geschäftsklima, während die eher exportorientierten Sektoren neue Hoffnung schöpfen. Insgesamt sind die deutschen Unternehmen damit gut gelaunt ins zweite Halbjahr gestartet.

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