USA: Wieder mehr Wachstum im zweiten Quartal, aber verhaltene Investitionen

Vor allem der private Konsum hat im zweiten Quartal für einen robusten Anstieg der gesamten Wirtschaftsleistung in den USA gesorgt. Auf das Jahr hochgerechnet wurde nach einer ersten Schätzung das Bruttoinlandsprodukt um 2,3 Prozent gesteigert. Zu dieser positiven Entwicklung lieferte der private Verbrauch allein einen Wachstumsbeitrag von 2-Prozentpunkten. Die privaten Investitionen lieferten hingegen mit nur 0,1-Prozentpunkten den schwächsten Wachstumsbeitrag seit dem dritten Quartal 2012. Während die Investitionen in Wohnungsbauten wie auch in den vorangegangenen Quartalen das Wachstum stützten, lieferten die übrigen Investitionen einen leicht negativen Beitrag. Hier bremsten nicht nur die Investitionen im Ölsektor, auch in den übrigen Wirtschaftsbereichen wurde nur sehr zurückhaltend investiert. Der Außenhandel lieferte nach deutlichen Belastungen in den beiden Vorquartalen auch nur einen schwachen positiven Beitrag. Dennoch haben die veröffentlichten Zahlen insgesamt keine größere Überraschung bereitgehalten. Die US-Wirtschaft ist erwartungsgemäß nach den belastenden Sondereffekten im ersten Quartal (extremes Winterwetter und ein Streik der Hafenarbeiter) wieder auf einen Wachstumskurs von gut zwei Prozent eingeschwenkt.

Die heutige Veröffentlichung enthielt auch die übliche Datenrevision zur Jahresmitte, dabei fielen die Daten für die vorausgegangenen Quartale in der Regel leicht schwächer aus. Die stärksten Anpassungen, die allerdings aufwärts gerichtet waren, ergaben sich hingegen bei den letzten beiden Winterquartalen – also Q1 2014 und Q1 2015. Ab sofort wird nämlich von der amerikanischen Statistikbehörde ein neues Saisonbereinigungsverfahren verwendet. Nach den heute bekannt gegebenen Zahlen ist die US-Wirtschaft zu Jahresbeginn leicht um 0,6 Prozent gewachsen und nicht geschrumpft, wie bisher gemeldet worden war. Daneben gibt es noch eine Neuerung, um zukünftig die Treffsicherheit der ersten Veröffentlichung zu den BIP-Daten zu erhöhen: Ab sofort wird für den Außenhandelsbereich eine aktuelle Schätzung für den dritten Monat des betrachteten Quartals vorgenommen. Bisher waren diese Daten nicht enthalten, was oft deutliche revidierte Raten bei der zweiten Veröffentlichung zur Folge hatte.

Auch in den kommenden Quartalen rechnen wir in den USA nur mit moderaten Wachstumsraten, so dass die Wirtschaftsleistung in diesem Jahr insgesamt um rund zwei Prozent wachsen sollte. Auch wenn der private Konsum weiter von der voranschreitenden Erholung am Arbeitsmarkt profitiert, so bremst doch eine verhaltenere Entwicklung in der Industrie das Wirtschaftswachstum.

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