Deutschland im Fokus: Demographie und Energiewende – Herausforderung der Zukunft

Deutschland ist in einer soliden wirtschaftlichen Lage und verfügt über eine ausgesprochen hohe Finanzkraft. Außerdem hat Deutschland einen politisch und verwaltungstechnisch stabilen und verlässlichen Staatsaufbau. Die Organisation „Transparency International“ stufte Deutschland 2014 auf den soliden Rang 12 von 175 untersuchten Staaten. Zum Vergleich: die USA liegt auf Platz 17 und Frankreich auf Platz 26.

Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sowie die fiskalische Stabilität zeigen sich unter anderem in den Bestnoten der Rating-Agenturen. Die Bundesanleihen gehören zu den bonitätsstärksten Staatsanleihen der Welt. Auf eine ausgeprägte politische Kontinuität in Berlin vertrauen Anleger weltweit. Die Arbeitsmarktreform vor über zehn Jahren zeigt, dass die deutsche Politik bereit war, in wirtschaftlichen Krisenzeiten unpopuläre, aber auch wirksame Entscheidungen durchzusetzen. Davon profitiert die deutsche Wirtschaft zum Teil noch heute.

Die politischen Herausforderungen der kommenden Jahre wie Klimawandel, Energiewende und demographische Entwicklung werden durch die Bundesregierungen angegangen und Lösungskonzepte entwickelt, deren Erfolg jedoch noch nicht gänzlich abzusehen ist. Durch die aktuelle hohe Zuwanderung besteht für Deutschland die Chance, zu Lasten der anderen EU-Staaten die Probleme durch den demographischen Wandel abzumildern. Allerdings besteht die Gefahr, dass durch die hohen Kosten der Energiewende die internationale Wettbewerbsfähigkeit leidet. Die Fokussierung auf erneuerbare Energien ist auch das Ergebnis eines politischen Wandels innerhalb Deutschlands. Zwar regiert im Bund eine Koalition aus CDU/CSU und SPD, jedoch sitzen die GRÜNEN über den Bundesrat indirekt immer mit am Verhandlungstisch. Die Energiewende beziehungsweise der Atomausstieg sind direkt oder indirekt eine Folge dieses Politikwandels in Deutschland.

Die größte Herausforderung der Zukunft ist unseres Erachtens die demographische Entwicklung. Zwar wird auf allen politischen Ebenen über mögliche Probleme und daraus resultierenden Maßnahmen diskutiert, konkrete Handlungsschritte sind, wenn überhaupt, bisher nur sehr zaghaft erfolgt. Neben den gesellschaftlichen Problemen sind aber auch gravierende volkswirtschaftliche Einschnitte zu erwarten. Der altersbedingte Wegfall der Arbeitskräfte wird das Produktivitätswachstum kaum kompensieren können. Dazu kommt, dass nicht nur die Einkommenssteuern, sondern auch Mehrwert- und Kaptalertragssteuern im Alter sinken. Daher erachten wir die Einführung der „Schuldenbremse“ mit Blick auf die Veränderung der Altersstruktur für sinnvoll, um möglichen Haushaltsproblemen der Zukunft schon heute entgegenzutreten. Es besteht allerdings Hoffnung, dass eine deutlich höhere Zuwanderung als bisher erwartet den demographischen Wandel verlangsamen wird.

Deutschland hat durch die Schaffung der Eurozone profitiert. Der Export bildete in den vergangen Jahren das Rückgrat des deutschen Wirtschaftswachstums. Der Exportbeitrag zum deutschen Wirtschaftswachstum ist mit Einführung des Euros im Vergleich zu den neunziger Jahren deutlich angestiegen. Die Folgen der Euro-Krise drohen in Zukunft den Haushalt zu belasten und die politische Landschaft zu verändern. Wir schätzen die politischen Konsequenzen als gefährlicher als die potentiellen finanziellen Verluste ein. Mit Blick auf die jüngste Produktivitäts- und Lohnentwicklung ist zu erwarten, dass der Wettbewerbsvorteil Deutschlands gegenüber den Europartnern sich langsam zurückbilden wird. In der Konsequenz sollte der Außenbeitrag in Zukunft etwas schwächer ausfallen. Allerdings könnte dann der private Konsum einen höheren Wachstumsbeitrag liefern.

In Summe erachten wir Deutschland vor allem im Vergleich zu anderen europäischen Staaten für die Zukunft gut gerüstet. Allerdings lauern in der Zukunft einige Hürden, die es noch zu meistern gilt. Ein zu geringes Produktivitätswachstum, eine sich leicht verschlechterte Wettbewerbsfähigkeit, zu geringe Investitionen und ein zu schwacher privater Konsum könnten in Zukunft eine mögliche Gefahr für die momentane Prosperität darstellen.

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Ein Kommentar

Steven | PBQ Batterien

Auf dem Gebiet der Energiepolitik ist Deutschland sicherlich ein Vorläufer. Mit der Energiewende zeigt das Land wieder einmal wie fortschrittlich es ist. Hoffentlich werden mehr europäische Länder dem Vorbild folgen.

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