EWU: Inflationsrate bleibt weiter auf niedrigem Niveau

Die harmonisierte Inflationsrate des europäischen Währungsgebiets bleibt nach vorläufigen Berechnungen unverändert. Gegenüber dem Juli 2014 verteuerten sich die Güter und Dienstleistungen im Euro-Raum um 0,2 Prozent. Damit bleibt die Inflationsrate weiter nur knapp über der Nulllinie. Auch in den nächsten Monaten dürfte sich am Bild einer schwachen Inflationsentwicklung kaum etwas ändern, da der dominierende Faktor, die Preisentwicklung von Rohöl an den Weltmärkten, auch in den kommenden Monaten weiterhin abwärts gerichtet sein wird und somit die Preise für Energiegüter weiter belastet.

Eine Deflation – im Sinne einer über alle Güter und Dienstleistungen abwärts gerichteten Verbraucherpreisentwicklung – sehen wir aber nicht. Nach den Angaben von Eurostat verhinderte hauptsächlich die Komponente Energie erneut einen stärkeren Anstieg des Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) für die EWU. Energiegüter kosteten 5,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Preisrückgang fiel damit größer als im Vormonat (-5,1 Prozent). Hier spiegelt sich die Entwicklung des Rohölpreises wieder, der im abgelaufenen Monat wieder leicht niedriger notierte. Dagegen verzeichneten alle anderen Untergruppen des HVPI auf Jahressicht positive Preissteigerungsraten. Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak waren um 0,9 Prozent teurer, Dienstleistungen um 1,2 Prozent und nicht-industrielle Güter ohne Energie um 0,5 Prozent.

Wie dominant der Ölpreiseffekt ist, zeigt sich auch an der „Kerninflation“, also der Inflationsrate ohne die volatilen Bereiche Energie und Nahrungsmittel. Diese stieg im Juli von zuvor 0,8 Prozent auf 1,0 Prozent an und notiert so hoch wie seit März 2014 nicht mehr.

Die Schnellschätzung für die EWU-weite Inflationsrate basiert auf der Energiepreisentwicklung sowie auf den nationalen Vorabschätzungen der Inflationsraten aus Deutschland, Italien und Spanien. Während in Deutschland die Jahresrate des HVPI unverändert bei 0,1 Prozent lag, ermäßigte sie sich in Spanien von 0,0 Prozent auf -0,1 Prozent. In Italien verteuerten sich Güter und Dienstleistungen dagegen um 0,4 Prozent auf Jahresbasis von zuvor 0,2 Prozent.

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