Woche Eins nach Wiedereröffnung: griechische Aktien im freien Fall

An den europäischen Aktienmärkten war in dieser Woche die Wiederaufnahme des Börsenhandels in Griechenland das dominierende Thema. Wegen der drohenden Staatspleite hatte Griechenland die Börsen Ende Juni geschlossen und zudem strenge Vorschriften für den Geldverkehr erlassen. Seit Montag wird nun wieder gehandelt. In rasantem Tempo, wenngleich etwas langsamer als zuletzt in China, ging es in den ersten Handelstagen mit den Kursen nach unten. Seit Wiedereröffnung der Börse fiel der Kurs des Leitindex ASE über 20%, trotzdem steht der Index immer noch ein Fünftel über dem zyklischen Tief aus dem Jahr 2012. Die Marktkapitalisierung des griechischen Leitindex beträgt aktuell 38 Mrd. Euro, was in etwa 21% des griechischen Bruttoinlandsprodukts per Ende 2014 (inklusive eines „Sicherheitsabschlags“ von 10%) entspricht. Das Shiller-KGV zeigt mit einem aktuellen Wert von 2,6 (!) eine sehr günstige Bewertung an (zum Vergleich: das Shiller-KGV in den USA liegt bei 27, in Deutschland bei 21).

Angesichts der politischen Verwerfungen und strukturellen Probleme, vor denen Griechenland steht, ist diese niedrige Bewertung sicherlich ein Vorgriff auf die wirtschaftlichen Probleme, die Griechenland noch ins Haus stehen, und erscheint somit gerechtfertigt. Dem Aktienmarkt fehlt es langfristig an Fantasie. Interessant erscheint lediglich die gezielte aktive Auswahl exportstarker Titel oder von Unternehmen mit werthaltigen Beteiligungen im Ausland, die übertrieben stark gefallen sind.

 

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