Aktienmärkte wechseln in den Krisenmodus

Nach den Marktverwerfungen der Vorwoche infolge der Abwertung des chinesischen Yuan standen die Chancen zu Wochenbeginn eigentlich gut, dass es zu einer Erholungsbewegung an den Aktienmärkten kommen würde. Dass es nicht dazu kam, bewerten wir als schlechtes Zeichen, insbesondere auch weil die 200-Tage-Linie beim DAX sehr dynamisch unterschritten wurde.

In China haben sich die Konjunkturdaten jüngst verschlechtert, ein schwacher Einkaufsmanagerindex lässt erneut Befürchtungen über eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums aufkeimen.

Auch mit Blick auf die USA ziehen dunkle Wolken auf. Der S&P 500 bewegt sich in diesem Jahr, gemessen an der Differenz zwischen Jahreshoch und –tief, in der engsten Handelsspanne seit 90 Jahren. Mit der drohenden Leitzinsanhebung der Fed, die die Marktteilnehmer nun mehrheitlich im Dezember erwarten, droht nun ein klassisches „Event-Risiko“, welches den US-Markt aus dieser engen Handelsspanne lösen könnte. Weil der amerikanische Aktienmarkt übertrieben hoch bewertet ist (auf Basis des Shiller-KGV ist der Markt zwei Drittel teurer als im langfristigen Mittel), der starke Dollar die Unternehmensgewinne drückt und steigende Leitzinsen negativ auf Aktien wirken, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Ausbruch aus der Handelsspanne in Form fallender Kurse stattfinden wird. Dies würde auch die Aktienmärkte Europas in Mitleidenschaft ziehen.

Bei DAX & Co. könnte trotz der bereits erlittenen Kursverluste kurzzeitig noch weiter bergabgehen. Markante charttechnische Unterstützungen gibt es erst im Bereich um 9.800 Punkte. Eine sich anschließende Gegenbewegung ist wahrscheinlich. Anleger sollten zunächst diesen Bodenbildungsprozess abwarten.

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