EWU-Einkaufsmanagerindizes: Nur Frankreich schwächelt

Gemäß den vorläufigen Ergebnissen zu den Einkaufsmanagerindizes im August hat sich die Stimmung nach den leichten Rückgängen im Juli wieder gebessert: Der Gesamt-Einkaufsmanagerindex für die Eurozone stieg um +0,2 Punkte auf 54,1. Der Teilindex für die Industrie notierte unverändert bei einem guten Wert von 52,4, der Teilindex für die Dienstleister konnte +0,3 Punkte hinzugewinnen auf einen Indexstand von 54,3. Laut Markit waren sowohl Deutschland als auch die sonstigen Euro-Länder – mit Ausnahme Frankreichs – für dieses Resultat verantwortlich. Außerhalb Frankreichs und Deutschlands war die Dynamik sogar so stark wie zuletzt im Juli 2007. Maßgeblich für die positive Meldung aus der Eurozone sind die Auftragslage sowie die Neugeschäfte, die weiter Fahrt aufgenommen haben – trotz der geopolitischen und weltwirtschaftlichen Sorgen. Da die Einkaufsmanager zwischen dem 12. und dem 20. August befragt worden sind, scheinen dabei die neu hinzugekommenen Sorgen um die chinesische Konjunktur bislang keine große Rolle für die Stimmung der Einkaufsmanager gespielt zu haben. Trotz der erfreulichen Daten erwarten wir aber nicht, dass die Eurozone ihr moderates Wachstumstempo beschleunigen kann.

Der Wachstumsgarant für die Eurozone hat auch in der August-Befragung erfreuliche Ergebnisse geliefert. In Deutschland ist der Teilindex für das verarbeitende Gewerbe um +1,4 Punkte auf ein 16-Monatshoch von 53,2 geklettert. Der Teilindex für den Dienstleistungsbereich verzeichnete zwar einen leichten Rückgang, kann mit 53,6 Punkten aber weiterhin ein gutes Niveau aufweisen. Kräftige Impulse kamen vom Neugeschäft: Laut Markit legten vor allem die Auslandsbestellungen in der Industrie so stark zu wie zuletzt vor anderthalb Jahren. Zudem floriert der Arbeitsmarkt: Der Stellenaufbau war laut dieser Befragung so stark wie seit über dreieinhalb Jahren nicht mehr. Die Indikationen von den Einkaufsmanagerindizes stützen unsere Erwartung, dass die deutsche Wirtschaft ihr Wachstumstempo – bei Vorquartalsbetrachtung – von zuletzt 0,4 Prozent auch im dritten Quartal mindestens erreichen dürfte.

Enttäuschende Zahlen kamen dagegen aus dem zweitgrößten Euroland Frankreich: Dort zeigen sich nämlich die Einkaufsmanager den zweiten Monat in Folge skeptischer. Während der Teilindex für den Dienstleistungssektor nur um 0,2 Punkte auf 51,8 nachgegeben hat und damit weiter im Expansionsbereich liegt, ist sein Pendant für das verarbeitende Gewerbe um einen weiteren Punkt abgerutscht und notiert nur noch bei 48,6. Besonders enttäuscht haben dabei die Unterkomponenten Neugeschäft und Beschäftigung. Vor dem Hintergrund der Einkaufsmanagerindizes besteht durchaus das Risiko, dass die Dynamik des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal abermals enttäuschen könnte. Schon im zweiten Quartal stagnierte die Wirtschaftsleistung in unserem Nachbarland gegenüber dem Vorquartal.

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