Euro-Arbeitslosenquote sinkt wieder

Die harmonisierte Arbeitslosenquote des Euro-Raums verringerte sich im Juli auf 10,9 Prozent (Juni: 11,1 Prozent). Damit hat sich die Quote nach drei Monaten der Stagnation wieder etwas verbessert. Beigetragen hat dazu vor allem Italiens großer Satz von 12,5 auf 12,0 Prozent. Unter den übrigen großen Volkswirtschaften bleibt das Bild durchmischt: Während sich in Spanien, Portugal und Irland – den einstigen Krisenländern – tendenziell weiter Besserungen am Arbeitsmarkt beobachten lassen, verschlechterte sich die Situation in Frankreich abermals leicht (10,4 Prozent). In Deutschland bewegte sich die (EU-weit niedrigste) Quote von 4,7 Prozent zum dritten Mal in Folge nicht vom Fleck.

Insgesamt ist die Indikatorenlage für den Euro-Arbeitsmarkt gegenwärtig freundlich. So nahm die Zahl der Erwerbspersonen in den letzten drei Quartalen stetig zu. Gegenüber dem Vorjahr stieg die Beschäftigung in Q1 2015 gar um +0,8 Prozent – das ist die höchste Zuwachsrate seit dem zweiten Quartal 2008. Zuletzt konnte sich der Beschäftigungszuwachs sowohl bei Dienstleistern aber auch in der Industrie weiter beschleunigen. Dabei erwies sich gerade der Industriesektor noch bis Jahresende 2014 als Bremsklotz für den Beschäftigungsaufbau.

Auch aus konjunktureller Sicht spricht derzeit einiges für eine Verbesserung der Situation am Arbeitsmarkt. So blieb der Euro-Raum konjunkturell im zweiten Quartal auf Erholungskurs, auch wenn sich die Wachstumsrate zuletzt leicht verlangsamt hatte. Der niedrige Ölpreis und der schwache Euro-Außenwert dürften den Industriesektor weiter entlasten und die Auftragslage im Exportsektor stützen, was die Beschäftigungsdynamik insgesamt verbessern dürfte.

Dieses positive Bild wird auch von den aktuellen Umfragen unter den Einkaufsmanagern getragen. Sowohl der Dienstleistungs- als auch der Industriesektor waren im August optimistisch gestimmt und sprechen sogar von einer Beschleunigung beim Jobaufbau. Damit dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt auch in den kommenden Monaten verbessern und die Arbeitslosenquote tendenziell weiter sinken.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *