Schwellenländerwährungen haben einen schwerem Stand

Sowohl der südafrikanische Rand als auch die türkische Lira bewegen sich gegenüber dem US-Dollar weiter nahe ihrer Rekordtiefststände. Während sich allerdings die Lira angesichts der sich jüngst zurückgebildeten US-Leitzinserhöhungserwartungen auf niedrigem Niveau stabilisieren kann, wertet der Rand gegenüber dem Greenback weiter ab. Verantwortlich hierfür ist die Sorge um den Zustand der chinesischen Wirtschaft, ist doch das Reich der Mitte der bedeutendste Rohstoffimporteur Südafrikas. Zusammen mit den nationalen Belastungsfaktoren ergibt sich für den Rand eine schwierige Situation, der er momentan nichts entgegenzusetzen hat. Vergleichsweise schwer hat es derzeit auch der polnische Zloty und dies obwohl es aus konjunktureller Sicht nicht schlecht um ihn bestellt ist. Was ihm derzeit einen Strich durch die Rechnung macht, ist zum einen der sich in überraschend robuster Verfassung präsentierende Euro. Zum anderen macht ihm die politische Unsicherheit im Vorfeld der polnischen Parlamentswahlen Ende Oktober zu schaffen. Hier wird mit einem Regierungswechsel gerechnet, welcher mit einer weniger wirtschaftsfreundlichen Politik einhergehen dürfte. Und als ob dies nicht schon genug Ballast wäre, lasten marktseitig Befürchtungen auf dem Zloty, wonach Franken-Darlehen in großem Umfang konvertiert werden könnten. Ein entsprechender Gesetzesentwurf muss noch von Staatspräsident Duda unterzeichnet werden. Dass dies jedoch noch vor den Wahlen im Herbst erfolgen wird, erscheint unwahrscheinlich. Der Zloty sollte sich daher zumindest auf kurze Sicht auf weiteren Gegenwind einstellen.

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