Ein Plädoyer für Rand und Lira

Sowohl der südafrikanische Rand als auch die türkische Lira befinden sich weiterhin in der Defensive. Wir wollen an dieser Stelle eine Lanze für die gebeutelten EM-Währungen brechen und hervorheben, dass wir den momentanen Ausverkauf für übertrieben erachten. Zwar rechtfertigen das verhaltene fundamentale Umfeld in beiden Ländern sowie diverse nationale Probleme deutlich schwächere Währungen. Dass zudem die Aussicht auf die näher rückende US-Leitzinswende Rand und Lira verunsichern, wollen wir ebenfalls nicht bestreiten. Allerdings rechtfertigen diese Argumente unserer Ansicht nach nicht eine immer weiter zunehmende Abwärtsdynamik, sind doch die impulsgebenden Themen seit Längerem dieselben. Zudem sollte nicht vergessen werden, dass die globale Risikoaversion wieder abgenommen hat. Mit Blick auf die Fed, deren geldpolitische Ausrichtung als maßgeblicher Treiber für Rand und Co. gilt, geben wir zu bedenken, dass diese auf absehbare Zeit wohl keinen dynamischen Erhöhungszyklus einleiten wird, welcher eine solche Panik bei den EM-Währungen rechtfertigen würde. Sollte die Fed, wie von uns erwartet, in dieser Woche den Leitzins nicht antasten, dürfte sie den EM-Währungen zumindest vorübergehend etwas Luft zum Atmen verschaffen. Mit einer deutlichen und vor allem nachhaltigen Erholung von Rand und Lira rechnen wir aber nicht, denn: Nach der Fed-Sitzung ist vor der Fed-Sitzung.

 

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