China verkauft US-Treasuries

Chinesische Interventionen werden sich fortsetzen
Berichten zufolge hat China in den zurückliegenden Wochen massiv US-Dollar abgestoßen. Die Regierung in Peking begründet den Schritt damit, dass die Dollar-Devisen gebraucht werden, um den Yuan zu stützen. Schätzungen über den Abverkauf reichen von 100 Mrd. US-Dollar bis rund 200 Mrd. US-Dollar.

US-Treasuries verlieren einen guten Freund
Dass China jüngst Staatsanleihen verkaufte, hat an den Finanzmärkten die Sorgen über ein Ende der seit über einem Jahrzehnt gültigen Rahmenbedingungen geschürt. Die Prämissen an den Finanzmärkten würden sich zweifelsohne drastisch verändern, wenn das „alte“ System, nämlich dass viele Industrieländer mit Exportländern nicht in einem System freier Wechselkurse leben, zu Ende ginge. In diesem System hatte China eine Vorreiterrolle eingenommen, indem die Exportüberschüsse wieder im Ausland angelegt wurden. Der IWF geht davon aus, dass in den vergangenen zehn Jahren die Schwellenländer in der Spitze Währungsreserven im Umfang von rund 8,0 Billionen US-Dollar aufgebaut haben. Dabei dürfte rund die Hälfte dieses Volumens auf China entfallen.

Perspektivisch ein leichter Renditeanstieg denkbar
Trotz des Strukturwandels der chinesischen Wirtschaft bleibt das Umfeld für Staatsanleihen weiterhin günstig, weil der Umbau der chinesischen Wirtschaft nur langsam voranschreitet. Das Interesse von China ist damit groß, US-Staatsanleihen zu halten. Daneben werden China sowie andere Schwellenländer auch weiterhin in den internationalen Handel eingebunden sein. Solange die Währungen der Schwellenländer nicht komplett frei gegeben werden, wird der Anlagebedarf der Exportüberschüsse groß bleiben, auch wenn die Zunahme der Exporttätigkeit tendenziell rückläufig ist. Allenfalls perspektivisch betrachtet könnte ein leichter Trend zu höheren Renditen einsetzen, der jedoch weniger von der strategischen Neuausrichtung der chinesischen Regierung herrührt als vielmehr von dem neu einzuleitenden Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank sowie von einer generell soliden Entwicklung der US-Wirtschaft.

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