EWU-Einkaufsmanagerindizes: Leichte Eintrübung im September – aber ein sehr gutes Quartalsergebnis

Die Einschätzungen der Einkaufsmanager großer Unternehmen im Euro-Raum zur Geschäftsentwicklung fielen im September leicht schwächer aus als im Vormonat. Der Gesamtindex für den Euro-Raum sank von 54,3 auf 53,9 Indexpunkten.

Während sich in Deutschland die Stimmung leicht eintrübte, zeigten sich in Frankreich leichte Verbesserungen, aber nur auf niedrigem Niveau knapp oberhalb der Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten. In den anderen von der Umfrage erfassten Länden bleiben die Einkaufsmanager zuversichtlich, jedoch fielen die Stimmungszahlen auch hier leicht niedriger aus als im August. Erfreulich ist, dass im gesamten dritten Quartal die Einkaufsmanagerbefragungen im Euro-Raum so gute Ergebnisse lieferten wie seit vier Jahren nicht mehr. Positiv stimmen zudem die starken Zuwächse bei den Auftragseingängen und den Auftragsbeständen. Dies dürfte die Produktion in den kommenden Monaten antreiben. Die Komponente „Gesamt-Auftragseingang“ verbuchte zuletzt sogar das höchste Plus seit vier Monaten. Zusammengenommen dürfte die EWU damit auch zum Beginn des vierten Quartals auf ihrem bisherigen Wachstumskurs verbleiben.

Auf Länderebene büßte der deutsche Gesamtindex 0,7 Punkte ein und sank auf 54,3 Indexpunkte. Nicht nur im Dienstleistungsbereich liefen die Geschäfte etwas schlechter als im Vormonat, auch im Verarbeitenden Gewerbe ging es leicht bergab, von 53,3 auf 52,5 Punkte. Maßgeblich für die Rückgänge waren eine schwachere Produktion bzw. Output in der Industrie und bei den Dienstleistern, während wie in der EWU insgesamt der Auftragseingang deutlich zulegte (höchstes Plus seit November 2013). Die gute Einschätzung des aktuellen Stellenaufbaus deutet darauf hin, dass sich die positive Beschäftigungsentwicklung und das robuste Wirtschaftswachstum in Deutschland weiter fortsetzen dürften.

Die französischen Daten sind weiter von starken Schwankungen gekennzeichnet. Diesmal ging es zwar sowohl für den Gesamtindex als auch für die beiden Teilindikatoren etwas nach oben, es bleibt aber ein deutlicher Rückstand gegenüber dem EWU-Durchschnitt. Der Teilindex für das verarbeitende Gewerbe verbesserte sich von 48,3 auf 50,3 Indexpunkte und kam wieder knapp über die Wachstumsschwelle. Auch die Stimmung unter den Dienstleistern legte um 0,6 Punkte zu und erreichte einen Indexstand von 51,2 Punkten. Dem Produktionsplus standen jedoch ein rückläufiger Beschäftigungsaufbau sowie sinkende Auftragseingänge hauptsächlich im Dienstleistungsbereich entgegen. Die Geschäftsaussichten im Dienstleistungsbereich haben sich daher deutlich eingetrübt. Die französische Privatwirtschaft läuft weiterhin dem Rest des Euroraums hinterher. Gemäß den Befragungen von Markit war die Schwäche Frankreichs im bisherigen Jahresverlauf auf den Industriebereich zurückzuführen. Wenn sich jetzt auch der Dienstleistungssektor weiter abschwächen sollte, dürfte das ohnehin kraftlose Wirtschaftswachstum Frankreichs weiter an Fahrt verlieren.

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