Erfolgreiches DAX-Comeback? – Abgesagt!

Wir reduzieren unsere DAX-Prognosen zum Jahresende 2015 und zur Jahresmitte 2016 von jeweils 11.000 auf 9.800 beziehungsweise 10.200 Punkte. Für diese Revision gibt es zwei Gründe:

  1. Das Volkswagen-Debakel dürfte weiter belasten
    Damit der DAX um gut 15% auf 11.000 Punkte – unser bisheriger Kursziel zum Jahresende – steigt, müssten sich bei aktueller Gewichtung im DAX (16%) – unter sonst gleichen Voraussetzungen – die Kurse der im deutschen Leitindex vertretenen Automobilhersteller und –zulieferer verdoppeln. Dies ist äußerst unwahrscheinlich. Auch von den DAX-Vertretern der angeschlagenen Branchen Versorger und Banken und den unter dem Niedrigzinsumfeld leidenden Versicherern sind weder in gewinn- noch kurstechnischer Hinsicht große Sprünge zu erwarten.
  2. Die Reduktion der globalen Wachstumserwartungen wirkt stärker
    Die starke Abwertung der Schwellenländerwährungen und die dortige Wachstumsschwäche dürften zu einer geringeren Nachfrage nach Gütern auch aus Deutschland führen, wobei dieser Trend gerade erst begonnen hat. Wir gehen davon aus, dass diese Wachstumsabschwächung am deutschen Aktienmarkt noch nicht vollständig eingepreist ist. In der Berichtssaison zum dritten Quartal dürften weitere ernüchternde Nachrichten folgen, die auch den Markt temporär noch tiefer führen könnten. Ein Test der alten Tiefs ist möglich, danach sollte sich der DAX wieder etwas erholen können.

Nichtsdestotrotz sollten die Abwärtsgefahren nicht übertrieben werden, schließlich haben verschiedene Marktmechanismen unverändert Bestand. Dazu gehört, dass der Aktienzyklus aus unserer Sicht weiterlaufen wird, weil die Konjunkturentwicklung sich zwar abschwächt, die Volkswirtschaften als Ganzes aber noch wachsen werden. Außerdem gilt unverändert, dass Aktien im relativen Vergleich zu anderen Anlageklassen attraktive Ausschüttungen bieten.

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