US-Arbeitsmarkt: Das Zugpferd Dienstleister läuft langsamer

Der Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt blieb sichtbar hinter den Erwartungen zurück, im September erhöhte sich die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft nur um 142.000 Personen. Mit dem heute veröffentlichten Arbeitsmarktbericht wurde darüber hinaus auch noch der Beschäftigungsaufbau in den beiden vorangegangenen Monaten um insgesamt knapp 60.000 Stellen nach unten revidiert. Nach dem jüngsten Report ist das Zugpferd der Beschäftigungsdynamik, der große Bereich der Serviceunternehmen, im dritten Quartal mit langsamerem Tempo gelaufen als es bisher den Anschein gehabt hatte. Und nicht nur das: Der Blick auf die vergangenen Quartale zeigt, dass seit dem kräftigen Schlussquartal 2014 der Jobmotor bei den Dienstleistern von Quartal zu Quartal jeweils etwas an Tempo eingebüßt hat. Diesen nachlassenden Schwung gilt es im Auge zu behalten, ein Grund zum Schwarzsehen für die US-Konjunktur ist dies jedoch nicht. Denn immerhin sind von Juli bis September in diesem Wirtschaftsbereich mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze entstanden. Dass der gesamte Stellenaufbau nicht hinter dem zweiten Quartal zurück geblieben ist, ist jedoch letztendlich dem öffentlichen Sektor zu verdanken. Bei den Staats- und Kommunalbetrieben stieg die Zahl der Beschäftigten um 88.000 Personen, eine ähnlich kräftige Dynamik wurde zuletzt Ende 2008 verzeichnet.

Die Zahl der Arbeitslosen lag im September erstmals seit April 2008 wieder unterhalb der Acht‑Millionen‑Marke! Dadurch verharrte trotz der schwächeren Beschäftigungsdynamik die Arbeitslosenquote auf dem niedrigen Niveau von 5,1 Prozent. Dass der Erholungstrend am US-Arbeitsmarkt weiterhin anhält, zeigt auch der Rückgang der Langzeitarbeitslosigkeit. Ebenfalls positiv zu bewerten ist die im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunkene Zahl der unfreiwillig nur Teilzeit Arbeitenden.

Der September-Bericht hat gezeigt, dass die Arbeitsmarkterholung im Servicesektor der USA schon recht weit fortgeschritten ist. Von daher sollte in den nächsten Monaten kein „Wieder-hoch-Schalten“ von diesem inlandsgetriebenen Wirtschaftsbereich erwartet werden. Die Umfragen in den entsprechenden Unternehmen weisen auf eine robuste Dynamik in puncto Beschäftigungsaufbau hin, haben sich aber etwas abgekühlt. Der weiterhin sehr verhaltene Anstieg bei den Löhnen wird durch die Abwärtsrevision des Stellenaufbaus in den vorangegangenen Monaten aber nur teilweise erklärt. In Anbetracht einer Arbeitslosenquote nahe der Fünf-Prozent-Linie rechnen wir weiterhin mit zunehmendem Lohndruck in den kommenden Monaten.

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