Euro-Einzelhandelsumsätze unverändert – Ausblick etwas gedämpft

Das reale Absatzvolumen des Einzelhandels im Euro-Raum stagnierte gemäß aktueller Eurostat-Meldung im August gegenüber dem Vormonat (M/M). Nach dem ausgesprochen starken Juli (+0,6 Prozent M/M) war eine Verlangsamung des Wachstums auch zu erwarten. Zuletzt hielten sich die Zuwächse bei Motorenkraftstoffen (+1,8 Prozent M/M) und Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (+0,8 Prozent M/M) und der Rückgang bei den Nicht-Nahrungsmitteln (‑0,3 Prozent M/M) die Waage. Auf jährlicher Basis zeigten sich die Einzelhandelsumsätze aber weiterhin von ihrer sehr starken Seite: Die Vorjahresrate sank von +3,0 Prozent im Juli – einem der höchsten Werte seit langer Zeit – auf weiterhin sehr solide +2,3 Prozent.

Die Einzelhandelsumsätze hatten in der Folge des Ölpreiseinbruchs Mitte letzten Jahres kräftig angezogen. Allein für die Monate Januar bis August 2015 ergab sich ein im Durchschnitt um +2,3 Prozent höheres reales Absatzvolumen als im gleichen Vorjahreszeitraum. In 2014 konnten hier bereits gute +1,1 Prozent verzeichnet werden – nachdem die Veränderungsraten zwischen den Jahren 2011 und 2013 stets negativ waren. Durch die stark gesunkenen Energieausgaben hatten die privaten Haushalte zuletzt mehr Spielraum für den Kauf anderer Güter und Dienstleistungen. Die gestiegene Konsumbereitschaft lässt sich auch an dem zeitweise kräftigen Auftrieb der Verbraucherstimmung ablesen. Vor allem die guten Einzelhandelsumsätze und ein erhöhter Absatz bei Neuwagen schoben den privaten Konsum im Euro-Raum in den letzten Quartalen an.

Allerdings machte sich im zweiten Quartal 2015 eine Mäßigung beim Wachstum der privaten Konsumnachfrage bemerkbar, was sich auch an der Eintrübung der Verbraucherstimmung seit März dieses Jahres ablesen lässt. Dieser Rückgang konnte im August und September aber gestoppt und stabilisiert werden. Laut der Verbraucherumfrage der EU-Kommission halten sich derzeit negative und positive Einflussfaktoren in etwa die Waage – einerseits die zunehmenden Zweifel an der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung und andererseits die verbesserte finanzielle Situation der Haushalte. Damit konnte sich die Messzahl für das Konsumentenvertrauen auch zuletzt auf einem hohen Niveau halten. Für den Euro-Einzelhandel zeichnet sich somit in den kommenden Monaten ein tendenziell gutes Umsatzwachstum ab. Die sehr starken Zuwächse der letzten Monate dürften unserer Einschätzung nach aber wohl nicht ganz zu halten sein.

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