Schwächelndes Auslandsgeschäft lastet auf Euro-Industrie

Die Industrieproduktion im Euro-Raum hat im August wie erwartet nachgeben; die Veränderungsrate gegenüber dem Vormonat betrug -0,5 Prozent (M/M, saisonbereinigt, ohne Bau). Damit hat sich der Industrieoutput seit Jahresbeginn kaum erhöht (Jan – Aug 2015: +0,3 Prozent). Besonders ausgeprägt war das Minus bei den ohnehin stark schwankenden Energiegütern, die mit -3,0 Prozent (M/M) so kräftig absackten wie seit 21 Monaten nicht mehr. Aber auch bei den Investitionsgütern zeigte sich nach dem starken Juli eine deutlichere Gegenbewegung; die monatliche Rate rutschte ab auf ‑1,0 Prozent (M/M). Erfreulicher sah es hingegen bei den Gebrauchsgütern aus, die nach einem ebenfalls guten Vormonat nochmals kräftig um +2,3 Prozent (M/M) zulegen konnten.

Vorzeichen für die negative Entwicklung im August gab es in den letzten Wochen bereits zur Genüge. So wiesen die großen Volkswirtschaften, mit Ausnahme Frankreichs, teils erhebliche Rückgänge aus. So beispielsweise in Deutschland, wo der industrielle Output um kräftige ‑1,1 Prozent (M/M) nachgab, nicht zuletzt wohl aufgrund der schwächelnden Exporte nach China. Aber auch in Italien und Spanien lag die Produktion hinter den Markterwartungen in den roten Zahlen. In Frankreich hingegen verhalf vor allem der Automobilsektor zu einem überraschend starken Plus (+1,6 Prozent M/M), was laut Statistikamt INSEE aber offenbar mit vorverlegten Produktionsplänen mit Blick auf die anstehenden Herbstferien zusammenhing.

Der Ausblick für die EWU-Industrie in den kommenden Monaten bleibt gemischt. Zwar signalisieren Frühindikatoren wie die Einkaufsmanager (PMI) von Markit oder das Wirtschaftsklima (ESI) der EU-Kommission weiterhin ein solides Wachstum für die gesamte Eurozone. Das Stimmungsbild hatte sich im verarbeitenden Gewerbe zuletzt aber etwas eingetrübt. Die nachlassende Nachfrage aus den Emerging Markets schlägt sich bei den Unternehmen in einem geringeren Auftragsplus nieder. Das Wachstum der Euro-Industrieproduktion dürfte damit auch in den kommenden Monaten eher gedämpft bleiben.

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