USA: Zuwanderung – ein wichtiger Wirtschaftsfaktor

Die Vereinigten Staaten sind das mit Abstand beliebteste Einwanderungsland der Welt. Dabei geht eine lange Historie mit einem professionellen Management einher. Allein seit 1990 sind jährlich rund eine Million Menschen eingewandert. Die Hälfte der inzwischen in den USA lebenden Immigranten ist in den vergangenen zwanzig Jahren eingewandert – das sind immerhin 20 Millionen Menschen. Im vergangenen Jahr beruhte immerhin knapp die Hälfte des Bevölkerungswachstums auf der Zuwanderung. Auch auf dem Arbeitsmarkt ist die Bedeutung der Immigranten in der Vergangenheit stetig gestiegen. 2015 dürften die eingewanderten Arbeitskräfte fast 17 Prozent des gesamten Arbeitskräfteangebotes ausmachen.

Trotz Zuwanderung wird nach einer Prognose des amerikanischen Statistikamtes das Bevölkerungswachstum bis 2040 auf nur noch 0,5 Prozent sinken, von 0,8 Prozent im Jahr 2014. Das liegt daran, dass aufgrund des steigenden Durchschnittsalters das natürliche Wachstum zurückgeht. Bezüglich Immigration unterstellt das Statistikamt bei seinen Projektionen, dass auch zukünftig das Verhältnis der jährlichen Immigranten zu der bereits vorhandenen Bevölkerung bei knapp 0,4 Prozent liegen wird. In den vergangenen zwanzig Jahren wurde jährlich in etwa dieses Verhältnis eingehalten. Mit wachsender Bevölkerung steigt deshalb auch in den kommenden Jahren die absolute Zahl der Einwanderer pro Jahr weiter stetig an. Im Jahr 2040 sollten dann gut 1,4 Millionen neu angekommene Einwanderer in den USA gezählt werden. Da der Anteil der Personen mit Migrationshintergrund an der Bevölkerung wächst, dürfte auch deren Anteil am Arbeitskräfteangebot weiter steigen. Dabei erwarten wir in puncto Arbeitskräfteangebot sogar noch einen etwas stärkeren Anstieg, da die Immigranten eine höhere Partizipationsrate ausweisen. Das heißt: Bei den „Foreign born“, wie die Immigranten im US-Amerikanischen üblicherweise bezeichnet werden, ist der Anteil der Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, höher als bei den „Native born“.

Mit dem Rückgang des natürlichen Bevölkerungswachstums wird die Bedeutung der Immigranten als Arbeitskräfte in den USA in den nächsten 25 Jahren folglich noch weiter zunehmen. Auch wenn ein Schrumpfen der Bevölkerung wie in anderen Ländern nicht erwartet wird, so dämpfen die demografischen Prognosen den langfristigen Wachstumsausblick. Im Vergleich zu anderen Industrieländern ist die heutige Ausgangsbasis jedoch durch zahlreiche Vorteile gekennzeichnet. Auch dank der hohen Zuwanderung in der Vergangenheit ist die Altersstruktur besser als in vielen anderen Ländern, dies kommt beispielweise in einem niedrigen Altenquotienten zum Ausdruck. Dieser Quotient gibt das Verhältnis der Über-65-Jährigen zu den 25- bis 64-Jährigen, also den Erwerbsfähigen, an. Im Kongress wird seit einigen Jahren um eine umfangreiche Reform des Einwanderungswesens gerungen. Nach einer Analyse der parteiunabhängigen Kongressbehörde CBO würde die Reform das Wirtschaftswachstum langfristig leicht erhöhen. Nicht nur aus humanitären Gründen sollte diese Reform deshalb weiter vorangetrieben werden.

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