Euro-Wirtschaftsstimmung ohne Höhenängste

Die Stimmung in der Euro-Wirtschaft (ESI-Indikator der EU-Kommission) legt im Oktober überraschend nochmals zu. Der Indexstand notiert bei 105,9 und damit +0,3 Punkte oberhalb des Vormonats. Erst im September erklomm der Indikator nach einem kräftigen Stimmungsgewinn ein Vier-Jahres-Hoch. Das war angesichts der bewegten Nachrichtenlage (Syrien, Flüchtlingskrise, Dieselgate, etc.) und der globalen Wachstumssorgen der vergangenen Monate so nicht unbedingt zu erwarten. Die Nachrichtenlage hat sich seither auch nicht grundlegend geändert. Doch der Zuversicht im Euro-Raum scheint dieser Umstand nicht viel anzuhaben.

Was steckt hinter dem Stimmungshoch? Ein Blick in die Statistik verrät, vor allem das Klima im Bausektor und beim Einzelhandel hat zuletzt kräftig zugelegt. Die wichtigsten Branchen der Binnenwirtschaft halten derzeit also die EWU-Konjunktur am Laufen. Dabei haben sich im Bau vor allem die Beschäftigungserwartungen und die Auftragslage deutlich verbessert. Die Stimmungsmesszahl für den Einzelhandel durchbricht im Oktober sogar das bisherige Allzeithoch und setzt damit den steilen Aufwärtstrend der letzten Monate fort. Überaus kräftig konnten sich dabei die Geschäftserwartungen im Oktober verbessern. Bei den übrigen Komponenten fällt das Bild hingegen gemischt aus. Während die Stimmung in der Industrie einen leichten Zuwachs verbucht, geben das Verbrauchervertrauen und der Dienstleistungssektor etwas nach. Für den Dienstleistungssektor endet damit vorläufig eine stetige Aufwärtsrally, die das Wirtschaftsvertrauen der letzten Monate maßgeblich mit angetrieben hatte.

Mit dem Oktoberergebnis liefert der Indikator zugleich ein erstes Frühsignal für die wirtschaftliche Entwicklung für den Euro-Raum im vierten Quartal. Dieses deutet mit einem Niveau von 105,9 Indexpunkten weiterhin auf ein solides Wachstum hin. Doch kündigt sich damit eine Konjunkturbeschleunigung für das Schlussquartal an? Vor dem Hintergrund des geschwächten Außenhandels und der eingetrübten Verbraucherstimmung im Euro-Raum rechnen wir eher nicht damit. Immerhin bleibt der Euro-Wachstumsausblick zum Jahresende damit aber weiter positiv.

 

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *