Starkes Signal für US-Zinswende im Dezember

Der Wunsch nach mehr Informationen was die US-Zinswende betrifft, hat sich gestern für viele Marktteilnehmer erfüllt. Gleich drei wichtige FOMC-Mitglieder haben sich zu Wort gemeldet und neue Informationen zum geldpolitischen Ausblick geliefert. Fed Chefin Yellen sieht den Dezember-Termin als „echte Möglichkeit“ für eine Straffung der Leitzinsen. Die wirtschaftliche Entwicklung befinde sich auf einem soliden Pfad, so dass eine graduelle geldpolitische Straffung gerechtfertigt sei. Auch wenn die oberste Währungshüterin betonte, dass noch keine Entscheidung über den konkreten Termin gefällt wurde, sei die Zinswende – laut FOMC-Rat – gegen Endes des Jahres wohl angebracht. In das gleiche Horn blies Vize-Chef Fischer. Er gab zu bedenken, dass die Inflationsrate gar nicht so weit vom Zielwert der US-Notenbank entfernt liege. Die Teuerungsraten werden steigen, wenn sich der Rohölpreis stabilisiert. Zuletzt hat sich noch der Präsident der Federal Reserve Bank von New York zu Wort gemeldet. Er klang nicht ganz so überzeugt wie seine Kollegen des FOMC-Rates. Insbesondere würde er wohl gerne ein stärkeres Signal von der Lohnentwicklung erhalten, um die Leitzinsen anzuheben. Dennoch stellte er heraus, dass er mit Frau Yellen dahingehend übereinstimme, dass der Dezember-Termin definitiv im Rennen um den ersten Zinsschritt sei. Letztlich betonte er, dass man die weitere Entwicklung der Fundamentaldaten abwarten müsse.

Schon seit längerem haben wir den Dezember-Termin als wahrscheinlichsten Zeitpunkt der Zinswende prognostiziert. Nicht nur das zuletzt veröffentlichte Fed-Pressestatement auch die jüngsten Reden fokussieren nun das Jahresende. Die Fed-Funds-Futures sind daraufhin angestiegen und implizieren nun eine Wahrscheinlichkeit von über 58% für eine geldpolitische Straffung im Dezember. Je mehr Marktteilnehmer eine Erhöhung der Leitzinsen gegen Ende des Jahres erwarten, desto schwieriger dürfte es für die Fed werden, erneut eine Verschiebung vorzunehmen. Schon zuletzt hatten sich viele Marktteilnehmer über die Kommunikationspolitik der Fed kritisch geäußert. Wir fühlen uns aufgrund der jüngsten Reden bestätigt: Die Zinswende kommt noch in diesem Jahr.

Artikel bewerten


Vielen Dank für Ihre Wertung. Ihre Wertung:
Aktuell ist noch keine Bewertung vorhanden. Seien Sie der Erste! Aktuelle durchschnittliche Bewertung des Artikels: 0

Hinterlasse eine Antwort

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *