US-Arbeitsmarkt: Daten vom Oktober sind fast ein Paukenschlag

Nach den enttäuschenden Zahlen der beiden Vormonate kommen die heute veröffentlichten Daten zum US-Arbeitsmarkt fast einem Paukenschlag gleich. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft erhöhte sich kräftig um 271.000 Personen, das ist der stärkste Stellenaufbau seit elf Monaten. Dabei hat nicht nur der Dienstleistungsbereich als üblicher Jobmotor wieder Tritt gefasst – allerdings sorgte allein dieser Bereich für eine Steigerung um 241.000 Personen. Auch der güterproduzierende Bereich lieferte seinen Beitrag, in diesem Wirtschaftssektor wurde die Beschäftigtenzahl erstmals seit Februar sichtbar gesteigert. Das Plus in Höhe von 27.000 Stellen konnte die negative Entwicklung der vergangenen Monate sogar weitestgehend wieder ausgleichen. Dafür war allerdings allein der Bausektor verantwortlich, während der Bergbau weiterhin bremste und im verarbeitenden Gewerbe die Beschäftigung nur stagnierte. Dass der US-Jobmotor vor allem im Servicebereich weiter rund läuft, wird durch die breite Streuung des Beschäftigungsaufbaus über die Branchen unterstrichen. Ins Auge springt vor allem aber die deutliche Steigerung bei den unternehmensnahen Dienstleistungen und im Einzelhandel. Das hohe Niveau der aktuellen Umfrageergebnisse bei den Dienstleistern weist darauf hin, dass bis zum Jahresende eine deutliche Abbremsung beim Stellenaufbau in diesem Bereich kaum zu befürchten ist.

Dank der kräftigen Beschäftigungsdynamik im Oktober setzte die Arbeitslosenquote ihren Abwärtstrend fort und lag dadurch nur noch bei 5,0 Prozent. Zu Jahresbeginn war noch eine Quote von 5,7 Prozent verzeichnet worden. Dunkle Stellen, also weniger positive Informationen, sind im jüngsten Bericht kaum zu finden. Im Gegenteil: Trotz eines deutlichen Anstiegs des Arbeitskräfteangebotes ging die Zahl der Arbeitslosen leicht zurück. Der Schwung am Arbeitsmarkt war stark genug, um diese Personen, die in früheren Jahren entmutigt den Arbeitsmarkt verlassen hatten, wieder aufzunehmen. Darüber hinaus ging die Zahl der nur unfreiwillig Teilzeit Arbeitenden weiter zurück.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Zentralbank noch in diesem Jahr eine erste Zinserhöhung vornimmt, ist mit der jüngsten Veröffentlichung zum Arbeitsmarkt deutlich gestiegen. Der wieder erstarkte Beschäftigungsschwung hat auf jeden Fall die Gefahr einer plötzlich anziehenden Lohndynamik erhöht, auch wenn bisher nur moderate Lohnsteigerungen verzeichnet werden.

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