CE3-Währungen und Leu: Wachstums- und Inflationsdaten im Fokus

Politische Unsicherheit, ein angeschlagenes EM-Sentiment sowie die Markterwartung einer Ausweitung des EZB-QE-Programms im Dezember haben den kleinen osteuropäischen Währungen in der letzten Zeit das Leben schwer gemacht. Ihre überaus solide konjunkturelle Entwicklung ging in dieser Gemengelage unter und konnte ihnen keinen Support bieten. Ende dieser Woche könnte sich das ändern, werden doch dann die vorläufigen BIP-Daten für das dritte Quartal sowohl für die CE3-Staaten als auch für Rumänien bekannt gegeben. Diese dürften mehrheitlich die robuste konjunkturelle Verfassung dieser Staaten einmal mehr eindrucksvoll bekräftigen. Konkret wird z.B. für Polen mit einem BIP-Plus von 3,6% (J/J) gerechnet. Damit hätte die dortige Wirtschaft gegenüber dem bereits starken zweiten Quartal erneut Fahrt aufgenommen. Aber auch die ungarische und die rumänische Wirtschaft müssen sich mit einem erwarteten Zuwachs von 2,7% (J/J) bzw. 3,3% (J/J) nicht verstecken. Die tschechische Wirtschaft sollte zwar im dritten Quartal an Fahrt eingebüßt haben, mit einem erwarteten BIP-Plus von 3,4% (J/J) dürfte das Quartalswachstum jedoch weiterhin über dem historischen Durchschnitt liegen.

Durchwachsener sollten hingegen die im Laufe der Woche in den meisten der osteuropäischen Staaten zur Veröffentlichung anstehenden Inflationsdaten für Oktober ausfallen. Während die Teuerungsrate in Ungarn nach einem Rückgang von 0,4% (J/J) im September nun wieder eine schwarze Null erreichen sollte, dürfte sich die Deflation hingegen in Rumänien weiter hartnäckig halten. Der Vorsitzende der rumänischen Notenbank (NBR), Isarescu, zeigte sich in der vergangenen Woche wenig zuversichtlich, was die Überwindung der Deflation betrifft. Er geht davon aus, dass Rumänien sich auch in den nächsten drei Quartalen noch mit negativen Teuerungsraten konfrontiert sehen wird. Auch in Polen sollte noch mit keiner Entwarnung an der Deflationsfront gerechnet werden. Den kleinen osteuropäischen Währungen dürfte damit eine turbulente Woche bevorstehen, welche sich zum Ende hin mit der Bekanntgabe der BIP-Daten für Q3 allerdings versöhnlich zeigen sollte.

 

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