US-Zinsentwicklung ist wichtig für den Goldpreis, aber bitte den indischen Landwirt nicht vergessen!

Die ganze Goldwelt scheint sich aktuell nur um die US-Zinswende zu drehen. Wer denkt da schon an den indischen Landwirt? Keiner! Aber das kann falsch sein!

In Indien finden im Herbst sowohl die Hochzeitssaison als auch die „Diwali-Festivitäten“ statt. Währenddessen wird dort viel Gold gekauft. So dient das gelb-glänzende Metall beispielsweise als Hochzeitsmitgift. Das Einkommen von schätzungsweise 800 Millionen Menschen der indischen Bevölkerung hängt von der Landwirtschaft ab.

In diesem Jahr hat das El Niño Wetterphänomen zur „trockensten“ Monsoon Saison in den letzten sechs Jahren geführt. Die eingefahrene Ernte fiel daher schwächer als erwartet aus. Dies schmälert die Einkommenssituation der indischen Landwirte und führt dazu, dass sie unter anderem weniger Gold kaufen. Juweliere berichten bereits, dass die Goldkäufe zwar wie gewohnt leicht steigen, aber die positiven Erwartungen lange nicht erfüllen. Wir erwarten daher eine enttäuschende indische Gold-Nachfrageentwicklung im weiteren Verlauf des Jahres.

Abschließend (der Vollständigkeit halber) doch noch ein Blick auf die bevorstehende US-Zinswende: Die guten US-Arbeitsmarktdaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit der ersten Zinsanhebung in den USA bereits Ende 2015 deutlich. Steigende Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des Goldbesitzes. Im Laufe des Jahres 2016 rechnen wir unverändert damit, dass der Goldpreis auch wegen fehlender fundamentaler Unterstützung unter die Marke von 1.000 US-Dollar fallen wird. Ob die Fed nun im Dezember oder Anfang 2016 die Zinsen anhebt, ist für die mittelfristige Goldpreisentwicklung unerheblich. Daher halten wir die Fokussierung des Goldmarktes auf den Zeitpunkt der ersten Zinsanhebung für unangebracht. Unseres Erachtens sollte sich der Goldinvestor darauf einstellen, dass die Zinsen angehoben werden.

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