Euro-Industrie ohne Schwung

Die EWU-Industrieproduktion bewegt sich seit rund zehn Monaten auf nahezu unverändertem Niveau. Zuletzt ging es im September zwar zum zweiten Mal in Folge leicht abwärts (September: -0,3 Prozent gegenüber dem Vormonat). Im Durchschnitt des dritten Quartals konnte – dank eines stärkeren Juli-Outputs – aber ein kleines Plus von 0,1 Prozent erzielt werden. Deutlich runter ging es im September vor allem bei den Gebrauchsgütern und mit Abstrichen auch bei den Verbrauchsgütern. Den einzig positiven Posten bildete die volatile Gruppe der Energiegüter.

Für das Q3-Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Euro-Raum, das morgen veröffentlicht wird, sind die jüngsten Zahlen ein Signal, dass der Industriesektor wiederholt keinen Schub für das Wirtschaftswachstum geleistet haben dürfte. Angesichts der geschwächten Exportnachfrage aus einigen Schwellenländern, vor allem Russland und China, war dies allerdings auch so erwartet worden. Unsere Prognose für das Q3-BIP im Euro-Raum mit +0,3 Prozent gegenüber Q2 sehen wir aber auch stärker binnenwirtschaftlich getragen. Gerade der private Konsum dürfte, dank der Erholung am Arbeitsmarkt und der niedrigen Energiepreise, den Löwenanteil zum Wachstumsplus geliefert haben.

Der Ausblick für den Industriesektor bleibt verhalten. Die Einkaufsmanagerumfragen von Markit (PMI) und das Industrieklima der EU-Kommission (ESI) deuten im Oktober nur eine leichte Verbesserung gegenüber dem September an. Die Auftragseingänge im Exportsektor sind zuletzt zwar etwas angestiegen. Die Produktionserwartungen und der Stellenaufbau trübten sich aber wieder etwas ein. Für den Start in das vierte Quartal gehen wir daher von einer Fortführung des allenfalls schwachen Industriewachstums aus.

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