Deutsche Konjunktur: Wieder mehr Zuversicht bei Finanzexperten

Der Konjunkturausblick für Deutschland hellt sich derzeit wieder etwas auf. Das geht aus der aktuellen Umfrage des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter Finanzmarktexperten in Deutschland hervor. Demnach ist die Messzahl für die Konjunkturerwartungen nach zuvor sieben Rückgängen in Folge im November von 1,9 auf 10,4 Punkte angestiegen. Damit ist der seit dem Frühjahr andauernde Abwärtstrend gebrochen, wenn auch der aktuelle Wert noch unter dem langfristigen Mittel liegt.

Zur jüngsten Verbesserung dürfte die zuletzt recht positive Kursentwicklung an den Aktienmärkten ebenso beigetragen haben wie die tendenzielle Beruhigung der Konjunktursorgen in Bezug auf China. Der niedrige Euro-Kurs stabilisiert zudem die Geschäftsaussichten für die exportabhängigen Unternehmen, während eher binnenorientierte Branchen weiterhin von der guten Konsumentwicklung in Deutschland profitieren.

Nur ein relativ kleiner Teil der Antworten ging nach Angaben des ZEW seit Samstag und damit nach den Anschlägen von Paris ein. Ein dadurch ausgelöster Konjunkturpessimismus ist trotz der Dramatik der Ereignisse nicht erkennbar. Negative Effekte auf die Wirtschaftsentwicklung insgesamt dürften temporär und überschaubar bleiben.

Für Deutschland erwarten wir ein Anhalten der vor allem vom privaten Konsum getragenen Konjunkturerholung. Die staatlichen Mehrausgaben im Zusammenhang mit der Flüchtlingsmigration sorgen kurzfristig ebenfalls für einen positiven Nachfrageimpuls, während sich die außenwirtschaftlichen Bedingungen vor allem im Hinblick auf die Schwierigkeiten in wichtigen Schwellenländern vorerst noch nicht durchgreifend verbessern dürften.

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