Deutschland: Wirtschaft zeigt sich unbekümmert

Die deutschen Unternehmen zeigen sich von den internationalen Belastungsfaktoren weitgehend unbeeindruckt. Der ifo-Geschäftsklimaindex für die gewerbliche Wirtschaft ist im November überraschend kräftig angestiegen. Dabei haben sich sowohl die Einschätzungen zur aktuellen Geschäftslage als auch der Ausblick auf die Entwicklung in den kommenden Monaten weiter verbessert. Diese wichtige Messzahl für die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft ist damit auf den höchsten Stand seit rund 1 ½ Jahren angestiegen – trotz globaler Wachstumsschwäche, Flüchtlingskrise und Terrorangst.

Offensichtlich werden die negativen Einflussfaktoren aus dem Ausland durch die günstige Inlandskonjunktur derzeit für die Unternehmen mehr als wettgemacht. Wie die gerade vom Statistischen Bundesamt vorgelegten Daten zeigen, haben die florierenden Konsumausgaben der privaten Haushalte und der öffentlichen Hand im dritten Quartal den negativen Einfluss des Außenhandels auf die deutsche Konjunktur aufgewogen und trotz allem für ein solides Wachstum gesorgt. Die zusätzlichen Ausgaben des Staates im Zusammenhang mit der Flüchtlingseinwanderung werden wohl auf absehbare Zeit weiterhin für einen kräftigen Nachfrageimpuls sorgen, der vor allem dem Einzelhandel und der Bauindustrie zugutekommen dürfte. Insofern gehen wir in unserer Konjunkturprognose davon aus, dass die Stimmung in den Unternehmen auch weiter gut bleibt und das Wachstum im kommenden Jahr – obwohl die Belastungsfaktoren wohl nicht weniger werden – nicht an Schwung verliert.

 

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